Abschied von Motorola-CEO Ed Zander

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Am Freitag hat Ed Zander, CEO von Motorola, seinen Rückzug von der Unternehmensspitze zum Jahresende bekannt gegeben.

Die Ankündigung war für Branchenkenner keine wirkliche Überraschung, da Motorola zuletzt Marktanteile verloren hat und es Zander nicht gelungen war, am Erfolg des Motorazr-V3-Mobiltelefons anzuknüpfen. Der derzeitige Präsident und Chief Operating Officer Greg Brown soll Zander nach nur drei Jahren im Amt ablösen.

“Wenn man sich die Performance des Unternehmens im letzten Jahr anschaut, dann ist das keine Überraschung”, sagte Ellen Daley von Forrester Research. “Auch die Nachricht, dass Samsung Motorola vom zweiten Platz der Gerätehersteller verdrängt hat, ließ nicht Gutes ahnen.”

Analysten und Brancheninsider haben die Gründe für Zanders frühen Rückzug einhellig mit dem Mangel an Innovationen und den Folgen des langsameren Wachstums am Mobilfunkmarkt erklärt.

Auch hinter den Kulissen des Unternehmens hatte sich der Führungswechsel bereits abgezeichnet. So war der Nachfolger Greg Brown im März zum Präsidenten und COO ernannt worden und kurz danach zur Überraschung vieler Analysten bereits in den Vorstand berufen worden. Gleichzeitig hatte der neue Chief Financial Officer Tom Meredith auf öffentlichen Veranstaltungen immer öfter die eigentliche Führungsrolle gegenüber seinem CEO Zander eingenommen.

“Ed Zander hat eine scheinbar immer unwichtigere Rolle bei den täglichen Entscheidungen übernommen”, erklärte Paul Sagawa, Analyst bei Sanford Bernstein. “Von daher war der Wechsel nur noch eine Frage der Zeit.”

Kritik am Wechsel an der Motorola-Führungsspitze kam vom Großaktionär Carl Icahn, der drei Prozent der Anteile an Motorola hält. Einerseits begrüßte er den Rückzug Zanders, andererseits bezeichnete er den Nachfolger Brown als nicht für den Job des CEO geeignet.

Seiner Ansicht nach ist der Wechsel bei der Unternehmensführung nicht ausreichend, um Motorolas Probleme zu lösen. Stattdessen hat Icahn eine Zerschlagung des Unternehmens und die Überführung einzelner Geschäftsbereiche in selbstständige Unternehmen vorgeschlagen. Der Bereich für mobile Geräte könne nur als eigenständiges Unternehmen ein Top-Management anziehen und wachsen, so Icahn.