Fehlstart für Weihnachtsshopping im Internet

Management

Das Online-Weihnachtsgeschäft hat in Deutschland in diesem Jahr enttäuschend begonnen.

Wie aktuelle Erhebungen des Marktforschers comScore zeigen, lag die Internetshopping-Aktivität der Deutschen im November bisher um 10 Prozent unter der von Oktober. Während in Großbritannien das Online-Weihnachtsgeschäft bereits in vollem Gange ist und in der dritten Novemberwoche um 23 Prozent höher lag als im Vergleichsmonat Oktober, lassen die virtuell klingelnden Kassen in der Bundesrepublik noch auf sich warten.

Grund für den Fehlstart des deutschen Online-Weihnachtsgeschäfts ist laut Markforschern vor allem die Streikwelle der Gewerkschaften im Transport- und Dienstleistungsbereich. Die Aktionen wirken sich auf die gesamte deutsche Wirtschaft und damit auch auf den Internethandel, der eigentlich an der europäischen Spitze liegt, aus. Ebenfalls schleppender als in Großbritannien, aber dennoch erfreulich startete die Weihnachtssaison für die Onlinehändler in Frankreich. Im Beobachtungszeitraum legte die Branche immerhin um 18 Prozent zu.

Eine vorangegangene comScore-Studie hatte bereits gezeigt, dass 30 Prozent der Briten ihre Weihnachtseinkäufe innerhalb der ersten beiden Novemberwochen beginnen. Dieses Ergebnis spiegelt sich nun auch in den Internetshopping-Zahlen wider. Bei den französischen Befragten gaben hingegen nur 19 Prozent an, in dieser Zeitperiode mit den Weihnachtseinkäufen zu beginnen. In Deutschland planten laut comScore zunächst 38 Prozent jetzt – Ende November – mit dem Geschenkekauf zu beginnen, allerdings scheint sich die Unsicherheit in Hinblick auf die aktuellen Anlieferungsbedingungen hier noch negativ auszuwirken.

“Online-Shopping ist eine der beliebtesten Internetaktivitäten”, sagt Bob Ivins, EVP Europäische Märkte bei comScore. In den kommenden Wochen sei kein besonders hoher Zuwachs bei den Online-Shoppern zu erwarten, da diese bereits sehr aktiv seien. Internet-Shopper machten derzeit 70 Prozent der gesamten europäischen Online-Population aus, so Ivins. Daher sei vielmehr mit einem Anstieg der Kaufaktivitäten als mit einem Zuwachs bei den Nutzern zu rechnen.