SCOs Unix-Deal ist geplatzt

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Der umstrittene Unix-Hersteller SCO sitzt weiter in der Bredouille.

Die Firma war in den vergangenen Jahren fast nur vor Gericht zu sehen, um angebliche Patentverletzungen gegen Konzerne wie IBM durchzusetzen und Schadenersatz zu erhalten.

Ein Gericht sprach Novell jedoch die strittigen Rechte an Unix zu. Damit zerfielen auch SCOs Ansprüche gegenüber IBM, Red Hat und anderen Firmen. SCO hatte zudem versucht, unter Linux-Nutzern Unsicherheiten zu schüren und bot eine Schutzlizenz gegen rechtliche Ansprüche an. Zunächst auch in Deutschland, nach einer gerichtlichen Verfügung jedoch nur noch in den USA.

SCO hatte mit dieser Strategie jedoch keinen Erfolg – erst im September musste das Unternehmen in Insolvenz gehen und einen Antrag auf Reorganisation gemäß Chapter 11 des US-Insolvenzgesetzes stellen.

Dann meldete der Branchendienst Groklaw, SCO habe einen Investor für sein Unix-Geschäft gefunden. York Capital Management wolle über seine neu gegründete Tochter JGD Management bis zu 36 Millionen Dollar investieren.

Das Angebot setzte sich aus mehreren Teilen zusammen, hieß es. Allein 10 Millionen Dollar sollten als Kredit zum Ausgleich für ausstehende Gerichtskosten bereitgestellt werden. Weitere 10 Millionen erhalte SCO in bar.

Sollte SCO die laufenden Verfahren gewinnen, würden nochmals 10 Millionen für die Überschreibung der Unix-Rechte fällig. Im juristischen Erfolgsfall fordere der Investor eine 20-prozentige Beteiligung an den Einnahmen aus den Prozessen.

Wie der Branchendienst Informationweek jetzt meldete, wird daraus nichts. SCO habe beim zuständigen District of Delaware Bankruptcy Court zwar eine Erlaubnis beantragt, das Unix-Geschäft zu verkaufen – diesen Antrag am 20. November aber wieder zurückgezogen. Das Unternehmen habe dafür keine Günde angeben.