Was ist billiger? Tape und Disk im Vergleich

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Auch wenn das Schlagwort “Grüne IT” nicht mehr ganz neu ist, beschäftigt es nach wie vor viele Unternehmen. Dabei kommt es weniger auf das Kriterium “Grün” an, als vielmehr auf Energieeffizienz und Ressourcenverbrauch.

Nach Kalkulationen der US-amerikanischen Environmental Protection Agency wird sich der Stromverbrauch in Rechenzentren in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Da Rechenzentren aber immer ein zentraler Bestandteil in nahezu allen Geschäftsbereichen bleiben werden, wird ihr Wachstum aufgrund von Energieknappheit in absehbarer Zeit an seine natürlichen Grenzen stoßen. Gartner prophezeit ein solches Szenario schon für Ende 2008. Oberstes Ziel ist es nun, Energie zu sparen und Ressourcen nur dann einzusetzen, wenn sie auch wirklich gebraucht werden. So wird “Grün” beziehungsweise Energieeffizienz für viele Unternehmen auch zu einem nicht zu unterschätzenden Kaufkriterium.

Man geht davon aus, dass durch Kühlungsanforderungen und Stromverbrauch derzeit etwa ein Viertel des Energieverbrauchs in Rechenzentren für die Datenspeicherung und -Archivierung anfällt. Etwa 60 Prozent des Energiebedarfs wird alleine für die Kühlung benötigt. Dabei wachsen die zu verwaltenden Datenberge tagtäglich weiter an, und gesetzliche Regelungen und Richtlinien verstärken diesen Trend noch weiter. Hier gilt es, mit einer gut durchdachten Speicherinfrastruktur Backup-, Recovery- und Archivierungsprozesse so zu steuern, dass sie möglichst energieeffizient und ressourcenschonend arbeiten. Die Speichermedien Disk und Tape haben beide für sich spezifische Vorteile, die man gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse ausrichten kann. Es kommt auf den intelligenten Mix aus beiden an, die das Rechenzentrum energieeffizient arbeiten lässt. So kann man nicht nur Compliance gewährleisten, sondern auch eine optimale Leistung für Backup und Archivierung zu vernünftigen Kosten erreichen.

Der Einsatz eines Speichermediums, das kaum Strom zum Betrieb und keine Kühlung benötigt, ist – abgesehen von geringeren Betriebskosten und Geschwindigkeitsvorteilen – gerade in Bezug auf die Umwelt eine effiziente Lösung. Dies gilt gerade bei der Archivierung, wo die Vorteile von Tape am deutlichsten zum Tragen kommen, denn Tapes laufen im Gegensatz zu Disks nur dann, wenn sie auch tatsächlich benötigt werden. Sie geben damit wenig Wärme ab – mit entsprechenden Spareffekten bei Kühlungsbedarf oder Stromverbrauch. Ein Report der Clipper Group bestätigt, dass bei gleichbleibenden Stromtarifen die Kosten von Anschaffung, Strom und Kühlung für Disk-Systeme innerhalb von fünf Jahren acht Mal so hoch sind wie jene von automatisierten Tape-Systemen – und die Stromkosten steigen noch an. Bei weniger Wärmeerzeugung können auch mehr Tape Drives eng zusammengepackt werden – raumsparend und ohne Kostenexplosion für die Kühlung. All diese Kosten wurden bisher nur selten in eine RoI-Rechnung aufgenommen.

Manchmal muss es eben Disk sein

Disk hingegen ist als Backupmedium ideal für geschäftskritische Daten, die schnell recovered werden müssen, und für Umgebungen, die nicht in Tape-Geschwindigkeit anliefern können. Disk kann mit ausgefeilten Technologien zur Reduzierung des Footprint aufwarten. Die neueste davon, Daten-Deduplikation, ermöglicht es, zehn bis 50 mal mehr Backup-Daten zur schnellen Wiederherstellung auf Festplatte zu sichern, als mit herkömmlichen Arrays. Indem Dubletten unterhalb der Dateiebene in Blöcken mit variabler Länge gefunden und herausgefiltert werden, werden redundante Daten vollständig eliminiert. So lassen sich enorme Ressourcen-Einsparungen erzielen. Die Effekte werden umso sichtbarer, je mehr Redundanzen im Backup existieren und je länger im Backup dedupliziert wird. Mit Deduplizierung kann man sogar erwägen, nur noch Full Backups zu fahren und spart sich das Zusammensetzen des Restore aus Incrementals und Full Backup, was schließlich eine ganze Weile in Anspruch nimmt. Analysten zufolge zählt die Deduplizierungstechnologie zu den wichtigsten Neuerungen dieses Jahrzehnts im Bereich der Datensicherung.