Heimliches Web-Tracking ist weit verbreitet

Management

Fast alle Webseiten-Betreiber, die Webstatistiken externer Dienstleister einsetzen, informieren ihre Besucher nicht über die damit verbundene Speicherung detaillierter Nutzerdaten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Düsseldorfer Xamit Bewertungsgesellschaft, bei der im August und September 2007 insgesamt 655.000 deutsche Webseiten von 14.000 Unternehmen und Institutionen sowie von 1250 Gemeinden unter die Lupe kamen.

Untersucht wurde, ob und welches externes Statistiktool von Seitenbetreibern verwendet wird und ob die Seitenbesucher über die entsprechende Datenerhebung informiert werden.

Demnach weist nur ein verschwindend geringer Anteil der Seitenbetreiber, die den kostenlosen Service Google Analytics nutzen, die Seitenbesucher darauf hin, dass mit dem Seitenaufruf eine individuelle ID-Nummer vergeben wird, auf deren Basis die spätere Erstellung umfassender Bewegungsprofile möglich ist.

Mit dieser Handhabung verstießen die Seitenbetreiber nicht nur gegen entsprechende Nutzungsbedingungen, sondern unter Umständen auch gegen Datenschutzgesetze, die eine Information der Besucher über die Verarbeitung personenbezogener Daten verlangen, hieß es von Xamit.

“Überraschend war die Konsequenz, mit der geltende Datenschutz-Bestimmungen beim Thema Web-Tracking ignoriert werden”, sagte Xamit-Geschäftsführer Niels Lepperhoff.

99 Prozent der Google-Analytics-Nutzer und 88 Prozent der Anwender der Lösung eTracker verheimlichten den Seitenbesuchern die Datenerhebung. Die Studie steht zum kostenlosen Download im Netz.