“Bayern ist schön”

Enterprise

Dieser Satz stammt aus dem Werbespot eines ortsansässigen Weißbierbrauers.

Stimmt! Mittendurch, durch Bayern, fließt der europäischste aller Flüsse, die Donau. Die, dem kargen Württemberg entronnen, sich hier zu einem prächtigen Strom entwickeln kann.

Bayern ist das größte aller Bundesländer. “Über deinen weiten Gauen walte seine Segenshand”, heißt’s in der Hymne über den Herrgott und den schönsten Fleck auf Erden. Sie waltet. Die Zugspitze, der höchste Berg, steht hier. Und am Funtensee im Berchtesgadener Nationalpark ist es im Winter so herrlich kalt wie nirgendwo sonst.

“Liberalitas bavarica”, das Lebensmotto der Hiesigen, ist in güldenen Lettern über dem Portal der Stiftskirche zu Polling im Voralpenland in Stein gehauen. Überhaupt die Sprache! “Derblecken” nennt man im Freistaat den schönen Brauch, der Obrigkeit die ihr gebührende Respektlosigkeit zu zollen. Ein herrliches Wort!

Und einen miesepetrigen Asketen, den man in benachbarten Bundesland anerkennend als “Viertelesschlotzer” bezeichnen würde, den heißt man in Bayern verächtlich einen “Noagerlzutzler”.

Die Wirtschaft prosperiert. Ein Viertel aller Brauereien der Welt steht in Bayern, beziehungsweise im vor 200 Jahren annektierten Franken. Und die großen High-Tech-Konzerne haben fast alle hier ihre Zentrale.

Den hübschen Slogan “Laptop und Lederhose” hat sich einer der Kreativen in der bayerischen Staatsregierung dazu einfallen lassen. Oder besser formuliert: Einer, der Kreative in der bayerischen Staatsregierung, hat ihn sich einfallen lassen.

Denn insgesamt tut jene sich doch arg schwer beim Umgang mit der Technik der Moderne und der Generation, die damit aufwächst. Sie lässt sich dazu zwar viel einfallen, aber wenig Hübsches.

So die jüngste Kreation: “Handy-Razzia”. Eine Wortschöpfung, die nördlich des Mains und westlich der Iller genauso wenig geläufig ist wie “Noagerlzutzler”.

Eine solche Razzia hat die Staatsregierung an einer Hauptschule in Immenstadt im Allgäu durchführen lassen. Auch sowas gibt’s nur in Bayern. Und weil dabei – wie nicht anders zu erwarten – hässliche .mpegs gefunden worden sind, hat sie Handys an Schulen verboten.

Zur Begründung macht der zuständige Ressortchef Siegfried Schneider – in der Partei Sigi gerufen – sich sprachlich mit seinen Untergebenen gemein und erläutert im Oberlehrer-Duktus: “Die Schule ist der Ort des Lernens und nicht des Telefonierens.”

In dem Punkt hat er jetzt allerdings recht, der Minister! Eigentlich. Wenn man das jetzt bloß auch noch an anderen Orten so halten möchte, jenen, die ebenfalls “nicht des Telefonierens” sind. Schön wär’s schon.

Unschön hingegen ist, was ihm und seinen Kabinettskollegen sonst noch eingefallen ist. “Bayern plant eine noch schärfere Gangart gegen Schüler, die gewalttätig sind oder schlecht Deutsch sprechen”, leitete vorgestern die Süddeutsche Zeitung einen Artikel zu den Plänen der Staatsregierung ein.

Das ist schon verschärft! Bislang hatte man doch Youngsters, die ein gebrochenes Verhältnis zur deutschen Sprache und ein eher ungebrochenes zur Gewalt hatten, in die Schüler-Union integriert und später dann aus diesem reichhaltigen Potential Talente für die bayerische Innenpolitik rekrutiert. Dafür, dass Polizisten Demonstranten hauen, hat beispielsweise ein hiesiger Ministerpräsident die eigenwillige Umschreibung “a bissl härter hinlangen” und “bayerische Art” erfunden.

Jetzt allerdings will Schneiders Chef – meist ohne Vornamen “der Stoiber” genannt – solche Begabungen aus der Schulpflicht “bereits nach acht Schuljahren vorzeitig entlassen”. “Unser Staat muss an den Schulen unsere Werte und unsere Rechtsordnung klar vertreten und durchsetzen”, sagt er, der Stoiber.

Und wenn das auch nicht hilft – gegen’s Gschwerl, dann muss man die Rechtsordnung halt ändern. Beispielsweise diese Schulpflicht. Und die Eltern der Rotznasen, soweit es sich um “ausländische Mitbürger” handelt, sollten gleich mit raus. Aus Deutschland und aus dem schönen Bayern, findet er, der Ministerpräsident. – Nach Entrichtung eines entsprechenden Bußgeldes, versteht sich.

“An unseren Schulen muss Disziplin und Anstand herrschen.” So isses! Und dann prognostiziert er noch: “Das wird in Deutschland Standard werden.”

Damit hat er dann allerdings bestimmt nicht recht, der Stoiber. Weil: Eine Politik, wie er und sein Spezl, der Schneider-Sigi, sie machen, die erträgt man nicht andernorts, da, wo’s nicht so schön ist wie in Bayern.

Stimmt! Mittendurch, durch Bayern, fließt der europäischste aller Flüsse, die Donau. Die, dem kargen Württemberg entronnen, sich hier zu einem prächtigen Strom entwickeln kann.

Bayern ist das größte aller Bundesländer. “Über deinen weiten Gauen walte seine Segenshand”, heißt’s in der Hymne über den Herrgott und den schönsten Fleck auf Erden. Sie waltet. Die Zugspitze, der höchste Berg, steht hier. Und am Funtensee im Berchtesgadener Nationalpark ist es im Winter so herrlich kalt wie nirgendwo sonst.

“Liberalitas bavarica”, das Lebensmotto der Hiesigen, ist in güldenen Lettern über dem Portal der Stiftkirche zu Polling im Voralpenland in Stein gehauen. Überhaupt die Sprache! “Derblecken” nennt man im Freistaat den schönen Brauch, der Obrigkeit die ihr gebührende Respektlosigkeit zu zollen. Ein herrliches Wort!

Und einen miesepetrigen Asketen, den man in benachbarten Bundesland anerkennend als “Viertelesschlotzer” bezeichnen würde, den heißt man in Bayern verächtlich einen “Noagerlzutzler”.

Die Wirtschaft prosperiert. Ein Viertel aller Brauereien der Welt steht in Bayern, beziehungsweise im vor 200 Jahren annektierten Franken. Und die großen High-Tech-Konzerne haben fast alle hier ihre Zentrale.

Den hübschen Slogan “Laptop und Lederhose” hat sich einer der Kreativen in der bayerischen Staatsregierung dazu einfallen lassen. Oder besser formuliert: Einer, der Kreative in der bayerischen Staatsregierung, hat ihn sich einfallen lassen.

Denn insgesamt tut jene sich doch arg schwer beim Umgang mit der Technik der Moderne und der Generation, die damit aufwächst. Sie lässt sich dazu zwar viel einfallen, aber wenig Hübsches.

So die jüngste Kreation: “Handy-Razzia”. Eine Wortschöpfung, die nördlich des Mains und westlich der Iller genauso wenig geläufig ist wie “Noagerlzutzler”.

Eine solche Razzia hat die Staatsregierung an einer Hauptschule in Immenstadt im Allgäu durchführen lassen. Auch sowas gibt’s nur in Bayern. Und weil dabei – wie nicht anders zu erwarten – hässliche .mpegs gefunden worden sind, hat sie Handys an Schulen verboten.

Zur Begründung macht der zuständige Ressortchef Siegfried Schneider – in der Partei Sigi gerufen – sich sprachlich mit seinen Untergebenen gemein und erläutert im Oberlehrer-Duktus: “Die Schule ist der Ort des Lernens und nicht des Telefonierens.”

In dem Punkt hat er jetzt allerdings recht, der Minister! Eigentlich. Wenn man das jetzt bloß auch noch an anderen Orten so halten möchte, jenen, die ebenfalls “nicht des Telefonierens” sind. Schön wär’s schon.

Unschön hingegen ist, was ihm und seinen Kabinettskollegen sonst noch eingefallen ist. “Bayern plant eine noch schärfere Gangart gegen Schüler, die gewalttätig sind oder schlecht Deutsch sprechen”, leitete vorgestern die Süddeutsche Zeitung einen Artikel zu den Plänen der Staatsregierung ein.

Das ist schon verschärft! Bislang hatte man doch Youngsters, die ein gebrochenes Verhältnis zur deutschen Sprache und ein eher ungebrochenes zur Gewalt hatten, in die Schüler-Union integriert und später dann aus diesem reichhaltigen Potential Talente für die bayerische Innenpolitik rekrutiert. Dafür, dass Polizisten Demonstranten hauen, hat beispielsweise ein hiesiger Ministerpräsident die eigenwillige Umschreibung “a bissl härter hinlangen” und “bayerische Art” erfunden.

Jetzt allerdings will Schneiders Chef – meist ohne Vornamen “der Stoiber” genannt – solche Begabungen aus der Schulpflicht “bereits nach acht Schuljahren vorzeitig entlassen”. “Unser Staat muss an den Schulen unsere Werte und unsere Rechtsordnung klar vertreten und durchsetzen”, sagt er, der Stoiber.

Und wenn das auch nicht hilft – gegen’s Gschwerl, dann muss man die Rechtsordnung halt ändern. Beispielsweise diese Schulpflicht. Und die Eltern der Rotznasen, soweit es sich um “ausländische Mitbürger” handelt, sollten gleich mit raus. Aus Deutschland und aus dem schönen Bayern, findet er, der Ministerpräsident. – Nach Entrichtung eines entsprechenden Bußgeldes, versteht sich.

“An unseren Schulen muss Disziplin und Anstand herrschen.” So isses! Und dann prognostiziert er noch: “Das wird in Deutschland Standard werden.”

Damit hat er dann allerdings bestimmt nicht recht, der Stoiber. Weil: Eine Politik, wie er und sein Spezl, der Schneider-Sigi, sie machen, die erträgt man nicht andernorts, da, wo’s nicht so schön ist wie in Bayern.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen