Software Development unter dem SOA-Aspekt

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Bei Anwendern entsteht zuweilen der Eindruck, dass durch die Einführung von Service-orientierten Architekturen (SOA) künftig praktisch keine eigene Software mehr entwickelt werden muss.

“Ein einmal eingeführtes SOA-Framework macht das ‘Einklinken’ von neuen Modulen zum Kinderspiel. Zusätzliche Composite Applications oder -Services sind aus dem Internet beliebig verfügbar. Zusätzliche Module verschiedener Anbieter lassen sich beliebig kombinieren.” So lauten beliebte Aussagen der Hersteller. Diese treffen jedoch mitnichten zu! Richtig ist vielmehr, dass zwar Frameworks als SOA-Basis von den großen IT-Anbietern häufig in einer Mischung von Produkt- und Dienstleistungen angeboten werden; trotzdem sind die Frameworks für das Gesamtangebot des jeweiligen Herstellers optimiert. Eine wirklich offene Architektur als solche wird nur schwerlich von einem Hersteller kaufbar sein. Das Architektur-Design und die “Architektur-Hoheit” liegen in der ureigenen Verantwortung eines jeden Unternehmens beziehungsweise des CIOs.

Inhouse-Entwicklung trotzt SOA

Daraus lässt sich sehr schnell ableiten, dass Inhouse-Entwicklungen weiterhin ein Thema und erforderlich bleiben werden. Während Umgebungen für die klassische Entwicklung von Software praktisch zur Commodity geworden sind, verstärkt sich der Konkurrenzkampf bei Plattformen zur Unterstützung des Entwicklungsprozesses! Warum? Weil insbesondere Eclipse als Open Source Development Framework eine hervorragende Plattform bietet und praktisch alle Hersteller diese auch unterstützen. Diese neuen, auf SOA-Bedürfnisse erweiterten Plattformen, zielen stark auf Anforderungsmanagement, Projektmanagement bei der Entwicklung, Qualitätssicherung, Lifecycle Tools, Repositories, Test- und Optimierungswerkzeuge sowie andere Werkzeuge aus dem Umfeld des Entwicklungsprozesses ab.

Die Übernahme von Mercury durch HP im letzten Jahr hat das Augenmerk erstmals seit längerem wieder auf diese Umgebungen gelenkt. Dabei spielen neben den etablierten Herstellern wie etwa IBM, HP oder Microsoft auch neue Anbieter wie die BMC-Tochter Identify Software sowie Adlon, Spezialist für Application Lifecycle Management, eine zunehmend wichtige Rolle bei der sich intensivierenden Abstimmung zwischen den Business-Bereichen und der IT.

Anforderungen an Qualität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit

SOA verspricht eine höhere Flexibilität der IT, die aus Business-Sicht dringend erforderlich ist. Diese höhere Flexibilität setzt eine verstärkte Geschwindigkeit der hausinternen Entwicklungsabteilungen, bei gleichzeitig gestiegenen Anforderungen an die Zuverlässigkeit und die Qualität, voraus – und das auch bei der Behebung von Fehlern. Interne Abteilungen, die “schon” nach einem halben Jahr eine neue Tarifstruktur – etwa bei einem Mobilfunkanbieter -, bereitstellen können, müssen extreme Anstrengungen unternehmen, um diese Zeitspanne zu verkürzen. Denn gerade im Mobilfunksektor kann ein halbes Jahr bereits eine Ewigkeit sein.

Bei der Integration von Anforderungen und Software- und Integrationstests handelt es sich dabei lediglich um grundlegende Bedingungen. In diesem Zusammenhang ist auch die angekündigte Übernahme von Telelogic aus Schweden durch IBM bemerkenswert. Sie zeigt einmal mehr, dass IBM nicht müde wird, in die Nahtstelle zwischen Business-Anforderungen und der Umsetzung in individuelle Software-Lösungen auf der Basis von SOA zu investieren.

Software-Optimierung wächst zur Notwendigkeit heran

Business Process Optimization (BPO) und auch Business Performance Management (BPM – auch für Business Process Management) benötigen optimierte Software-Systeme, deren Komponenten von einem oder mehreren Herstellern stammen können. Sie müssen bei großen Anwenderunternehmen sicher durch eigene Software-Entwicklungen ergänzt werden. Auf den Einsatz entsprechender Tools wird zukünftig kaum jemand verzichten können. Firmen, die bisher noch keine derartige Software-Unterstützung im Einsatz haben, sollten sich dringend mit den Angeboten der relevanten Anbieter auseinandersetzen.

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