Deutschlands Web muss schneller und besser werden

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Da das heute verfügbare Internet bald an seine Grenzen stößt hat der Konzern Infineon zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Projekt durchgeführt.

Hier sollten die Standards und Kriterien festgelegt werden, die das Internet in Deutschland an neue Bedürfnisse anpassen soll.

Das mit insgesamt 3,9 Millionen Euro geförderte Projekt ‘NGN-PlaNetS’ verband die Partner Alcatel-Lucent, Deutsche Telekom AG, Stollmann, Fraunhofer/Systeme der Kommunikationstechnik ESK und die Universität Paderborn. Sie entwickelten Lösungen für zeitkritische Dienste, wie Telefonie, Videokonferenzen oder auch interaktives Spielen. Die Übertragungsqualität sollte jeweils zugewiesen und gesichert werden.

Konkret sieht der Vorschlag der Konzerne so aus, einem Teilnehmer einen extra Datenpfad durch das Internet zu geben, entlang dem die notwendige Netzkapazität für die Zeit der Nutzung reserviert wird. Verschiedene Netzelemente vom Teilnehmeranschluss bis zum Übergang in das Kernnetz wurden in dem Projekt entsprechend weiterentwickelt und in einem gemeinsamen Laboraufbau (PlaNetS-Demonstrator) zusammengeschaltet. Nach Angaben des Partners Infineon wurden wesentliche Teile des Konzeptes erfolgreich eingesetzt.

“Die im Projekt NGN-PlaNetS entwickelten Konzepte werden sukzessive in Internetprodukte integriert und das weltweite Datennetz dadurch erheblich aufgewertet”, sagte Hermann Eul, Mitglied des Vorstands von Infineon und verantwortlich für die Kommunikationssparte. “Drei Jahre lang haben Anwender, Wissenschaftler und hoch spezialisierte Techniker dank der Förderung des BMBF zusammen arbeiten können, um dieses Ziel zu erreichen.”

Infineon hat sich im Rahmen des Projektes auf die Verbesserung von Netzwerkprozessoren, die das Herz vieler Knoten im Internet bilden, konzentriert. Die neu entwickelten Konzepte werden als Firmware (Steuerprogramm) in zukünftigen Versionen von Netzwerkprozessorfamilien von Infineon zum Einsatz kommen.

Alcatel-Lucent konzentrierte sich auf die Entwicklung eines Portal-Knotens (Border Gateway) für die Bereitstellung von Verbindungen mit definierter Übertragungsqualität zwischen Teilnehmeranschlüssen und Servern über das weltweite Internet. Die Deutsche Telekom stellte ihr Testlabor einschließlich der Experten für Forschung und Entwicklung sowie der Netzinnovation und des Netzbetriebes zur Verfügung und nutzt die Ergebnisse aus dieser gemeinsamen Arbeit ebenfalls kommerziell weiter.

Stollmann hat für PlaNetS eine neue Generation der HomeGateway-Plattform, des kundenseitigen Verbindungselements zwischen Weitverkehrsnetz und Home Network, prototypisch entwickelt. Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK hat im Projekt Konzepte zur Realisierung von Dienstgüte und Ausfallsicherheit in Ethernet- und IP(v6)-Netzen erarbeitet. Die Universität Paderborn trug neue Architekturen für Netzwerkprozessoren auf der Basis von Multiprozessoren bei und leistete Forschungsarbeit. Das Projekt wurde im europäischen Verbundprojekt A121 PlaNetS im Rahmen des Medea Programms durchgeführt. Rund 50 Wissenschaftler und Techniker haben gemeinsam drei Jahre lang daran gearbeitet, den Datenstrom im Internet künftig bei Bedarf verlässlich einrichten zu können.