Mehr Chancen für ältere Arbeitnehmer

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Unternehmen müssen sich aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels mittel- bis langfristig auf immer mehr ältere Arbeitnehmer einstellen.

Zu diesen Ergebnissen kommen Arbeitsmarktforscher des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung.

Den Experten zufolge sind viele Unternehmen bereits dazu übergegangen, sich auf die Gegebenheiten einzustellen. Infolgedessen zählten das Erfahrungspotenzial, die Fähigkeit zur Umsicht sowie der Wille, Verantwortung zu übernehmen mehr als die rein körperliche Leistungsfähigkeit, hieß es.

Vor allem der große Erfahrungsschatz vieler langjährig Beschäftigter sei für die meisten Betriebe mittlerweile unerlässlich. Dabei hätten sich die Befürchtungen, die Belegschaften könnten weniger tatkräftig werden, als unbegründet erwiesen. So halte es jeder zweite über 50-Jährige für wichtig bis sehr wichtig, durch den eigenen Einsatz mit jüngeren Kollegen mitzuhalten.

Zahlen verdeutlichten die hohe Motivation älterer Arbeitnehmer: 55 Prozent der Befragten halten ihren Arbeitgebern mit steigendem Alter die Treue, wobei die ‘Generation 50-Plus’ dem Unternehmen besonders verbunden ist – bei den unter 30-Jährigen sind es hingegen nur 43 Prozent.

Neben dem Selbstbild älterer Arbeitnehmer fällt auch das Fremdbild der Gesellschaft und Wirtschaft positiv aus. Eine Befragung von Personalverantwortlichen aus über 15.000 Betrieben ermittelte im Jahr 2002, dass nur 15 Prozent grundsätzlich nicht zur Einstellung Älterer bereit sind, mehr als die Hälfte hingegen hatte keine Vorbehalte.

“Sind Unternehmen wegen des demografischen Wandels dazu gezwungen, immer mehr ältere Arbeitnehmer einzustellen, profitieren sie eher, als dass sie einen Schaden davon tragen”, sagte IW-Referent Bernd Meier.

In diesem Zusammenhang angeführte Vorurteile, dass Ältere weniger zuverlässig sind, oft zu spät kommen oder zu lange Krankheitszeiten haben, seien unhaltbar. “Mein Eindruck ist vielmehr, dass ältere Mitarbeiter verlässlich sind und großes Interesse zeigen, neue Technologien schnell zu erlernen und diese auch effizient weiterzuentwickeln.”

“In den Unternehmen hat ein Umdenken hinsichtlich älterer Beschäftigter stattgefunden, wobei viele bereits aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben”, sagte Meier. So sei die Aufgeschlossenheit vor allem bei jüngeren Chefs deutlich zu spüren.

Dies bestätigte sich in den Umfrageergebnissen – da über 70 Prozent der jungen Chefs nichts dagegen hätten, Ältere einzustellen. Rund 44 Prozent der Befragten seien zudem der Auffassung, dass die ‘Generation 50-Plus’ genauso viel leistet wie die Jüngeren. Vor diesem Hintergrund zahle sich auch ein langfristig geplantes Wissensmanagement für die Unternehmen aus, so Meier.