‘w00t’ – Internet-Slang ist das amerikanische Wort des Jahres

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‘w00t’ ist das Wort des Jahres in den USA.

Das hat das US-Wörterbuch Merriam-Webster mitgeteilt. Die Entscheidung wurde im Rahmen einer Onlineabstimmung gefällt, somit sollte es eher als Internetwort des Jahres bezeichnet werden. Das Wort w00t stammt aus der Online-Gaming-Community, wo statt dem ‘o’ oft eine Null geschrieben wird. ‘woot’ (für ‘we owned the other team’) wird als Ausdruck der Freude verwendet, wenn man beispielsweise einen Kampf gewonnen oder ein schwieriges Rätsel gelöst hat.

Die Idee, ‘woot’ mit zwei Nullen zu schreiben, stammt aus der Leetspeak (l33tsp34k), bei der Buchstaben durch ähnlich aussehende Zahlen ersetzt wurden. Dies hatte anfänglich vor allem den Hintergrund, dass man bestimmte Schlüsselworte derart verunstaltet, dass sie nicht mehr maschinenlesbar waren. Auf diese Weise wurde verhindert, dass Nachrichten beispielsweise von einem Spionagerechner abgefangen oder aber auch Spam von Filterprogrammen erkannt wurden. In Teilen der Online-Gemeinschaft setzte sich diese Schreibweise durch. Auf den weiteren Plätzen des US-Ranking finden sich ‘facebook’ und ‘conundrum’ (ein Problem, das nur eine hypothetische Lösung hat).

In Deutschland hingegen finden sich Themen aus der Internetwelt im Ranking zum Wort des Jahres erst auf den hinteren Plätzen. Vergangene Woche wählte eine zehnköpfige Jury ‘Klimakatastrophe’ zum Sieger. Im Gegensatz zu Merriam-Webster, wo das Internet-Publikum abstimmte, befasst sich die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das ganze Jahr über mit dem Sprachgebrauch der Menschen. “Wir verstehen uns als Sprachchronisten und reflektieren, was gesprochen wird”, erklärt Gerhard Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am GfdS. ‘Second Life’ und ‘Bundestrojaner’ landeten auf den Rängen sieben und acht.

Vorschläge zum Wort des Jahres kann jeder bei der Gesellschaft einbringen. “Wir haben auch sehr viele Vorschläge von außen bekommen, wobei die meisten mit dem Thema ‘Klima’ zu tun hatten”, so Müller. Als wichtiges Kriterium für die Entscheidung der Jury gilt, dass das Wort typisch für das Jahr sein muss, zudem soll es thematisch griffig sein. “Wir werten mit unserer Wahl jedoch nicht, sondern zeichnen nur den Sprachgebrauch nach”, hält Müller fest. Eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache obliegt der Jury zur Wahl des ‘Unwort des Jahres’ an der Universität Frankfurt am Main. Diese Wahl findet erst im Januar statt.

In der Schweiz wurde 2007 ‘Sterbetourismus’ zum Wort des Jahres und ‘Klimakompensation’ zum Unwort gewählt. In Österreich stehen die Entscheidungen noch aus. 2006 wählten die Sprachwissenschaftler ‘Penthouse-Sozialismus’ zum Wort des Jahres und ‘Ätschpeck’ wurde zum Unwort 2006 gekürt.