Greenpeace wettert gegen Games-Industrie

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt herbe Kritik an dem Umweltbewusstsein der Games-Industrie.

Im Zuge ihrer Kampagne für eine “grünere Elektronik-Industrie” habe die Organisation festgestellt, dass die Konsolenhersteller es bislang verabsäumten, die toxischen Belastungen bei der Produktion ihrer Geräte zu reduzieren. Sowohl Microsoft als auch Sony und Nintendo lägen in punkto Umweltschutz weit hinter Mobilfunkbetreibern und PC-Herstellern zurück. Nun appelliert Greenpeace an die Gamer mitzuhelfen und die großen Games-Konzerne von der Wichtigkeit einer “grünen Industrie” zu überzeugen, berichtet BBC Online.

“Die Konsolenhersteller hinken weit hinter Herstellern von Mobiltelefonen und PCs hinterher, die ihre Giftstoffbelastungen bei der Produktion im Laufe des vergangenen Jahres reduziert haben”, sagt Zenia Al Hajj, Toxikologin bei Greenpeace. Spielekonsolen würden viele der Komponenten enthalten, die sich auch bei Computern finden und die Hersteller könnten sehr viel mehr tun. Inwieweit das Umweltbewusstsein innerhalb des Unternehmens fortgeschritten ist und was bislang aktiv unternommen wurde, wollte Sony Austria auf Nachfrage nicht kommentieren.

Nintendo ließ in einem offiziellen Statement verlauten, alle europäischen Standards zu erfüllen. “Wir achten gewissenhaft darauf, alle geltenden Vorschriften in Bezug auf die Vermeidung von gefährlichen Substanzen, Materialrecycling usw. einzuhalten.” Darüber hinaus wollte auf Anfrage auch Nintendo keine weitere Stellung beziehen. Der Konsolenhersteller hatte kürzlich die härteste Kritik seitens Greenpeace einstecken müssen. Das Unternehmen bekam im vierteljährlichen Greenpeace-Ranking, das im Zuge der Kampagne für grünere Elektronik veröffentlicht wird, null Punkte und landete am untersten Ende der Skala.

“Grundsätzlich halten wir uns natürlich an die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes. Bis 2011 wollen wir auch das Ziel erreichen, auf alle schädlichen Schwermetalle in der Produktion zu verzichten”, sagt Thomas Kritsch, Manager Xbox 360 Österreich. Natürlich sei Umweltschutz ein wichtiges Thema für Microsoft und das Unternehmen setze auch darüber hinaus Aktionen, wie etwa die Einschränkung von Verpackungen. Laut Greenpeace reichen die derzeit herrschenden Gesetze nicht weit genug. Die größte Gefahr sieht die Organisation in der Nutzung von feuerhemmenden Mitteln und PVC. Vor allem chinesische und indische Arbeiter in den Produktionsfirmen der Konzerne seien dadurch erheblich gefährdet.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen hat die Organisation nun auch ein Video veröffentlicht, in dem die mitunter bekanntesten Charaktere der drei Games-Riesen – Microsofts Master Chief, Nintendos Mario und Sonys Kratos – um den Preis für eine grünere Spielekonsole wetteifern. Die Nutzer können vergleichen, wie jede einzelne Konsole in Hinblick auf Giftstoffe, Recycling und Energieeffizienz beschaffen ist.