McAfee stellt sich mit Open Source ein Bein

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Der Security-Softwarekonzern McAfee bezeichnete die im eigenen Haus verwendeten Open-Source-Lösungen so, als seien sie eine Zeitbombe. Der Konzern stellt sich damit im GPL-Streit auf die Seite der meisten Konzerne.

Wie der Konzern in den USA mitteilte, werde die eigene Softwarepolitik dahingehend überprüft, wie sich der Einsatz von Open Source in den eigenen Anwendungen auswirken könne. Vor allem die Software, die unter der GNU General Public License steht (GPL), soll noch einmal gründlich hinterfragt werden.

Immerhin, so hieß es in einem Bericht der Informationweek, könne die Freigabe eigener Abwandlungen von Codes unter der GPL zu einem Sicherheits- und Marktrisiko für die Firma werden, ist sie doch für den Absatz ihrer Produkte auf Geheimhaltung angewiesen, und zwar vor Hackern und Konkurrenten.

Die Tatsache, dass McAfee sich bei der Erstellung der Produkte in vielen Bereichen auf Open Source verlässt, könnte das Geschäft gefährden, hieß es demnach von McAfee. Investoren sollten diese Gefahr zur Kenntnis nehmen und die Unklarheiten der Open-Source-Welt und ihrer Lizenzbestimmungen auch in Bezug auf die Sicherheitsprodukte betrachten. Open Source zu verwenden, bringe für den Konzern einige Risiken mit.

Besonders Code, der unter der GPL steht, sei derzeit nicht eindeutig geregelt. Hier müsse sich zunächst vor Gericht zeigen, wo die Grenzen der Lizenzen lägen. Wenn aber bestimmte Teile der proprietären Software von McAfee auch unter die GPL gerieten, sei das Geschäftsmodell in Gefahr. McAfee teilte diese Überlegungen der Börsenaufsicht SEC mit, will sich also offenbar gegen eventuelle Spätfolgen von Open-Source-Verwendung, die sich in den Verkaufszahlen niederschlagen könnte, absichern. McAfee ist mit Zweifeln an der Unbegrenztheit der GPL indes nicht allein. Hersteller wie Tivo bereiten derzeit eine gerichtliche Klärung vor, inwieweit die GPL sich auf ihre proprietäre Produktwelt erstrecken darf.