Telekom-Chef will Regulierung abschaffen

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Der Monopolist Deutsche Telekom AG (DTAG) nimmt für sich in Anspruch, dass der deutsche TK-Markt jetzt ausreichend reguliert sei.

Wie Rene Obermann, Vorstand der DTAG, sagte, sei jetzt ein Abbau der Regulierung sinnvoll. Nach zehn Jahren Marktöffnung sei die Aufgabe der Bundesnetzagentur im deutschen TK-Markt erfüllt.

Wir er auf einer Konferenz zum Jahrestag der Marktöffnung sagte, sei jetzt “der Einstieg in den Ausstieg” aus der Regulierung zu überlegen. In den meisten Teilbereichen gebe es einen funktionierenden Wettbewerb, einen drastischen Preisverfall und eine große Anbietervielfalt. Trotz der Liberalisierung hält die Deutsche Telekom aber noch rund 80 Prozent der Telefonanschlüsse. Damit behält sie das begehrte Festnetzmonopol.

Obermann schätzt die Tatsache augenscheinlich nicht, dass die Wettbewerber aufholen und dem Riesen auch auf der Regulierungsseite zusetzen. Hier verfügen sie über eine ganze Klaviatur an Maßnahmen, den Markt weiter zu öffnen. Immerhin ist Deutschland regulierungspolitisch im europäischen Vergleich ein trübes Schlusslicht, andere Länder wie Großbritannien sind da weiter. Sogar aus dem Ausland gibt es schon Kritik an der Rolle, die die Bundesregierung als Besitzer der Telekom spielt und die sie offenbar nicht aufgeben will.

Zum 1. Januar 1998 war das letzte Monopol der Deutschen Telekom, die Sprachtelefonie, für den Wettbewerb geöffnet worden. Neue Konkurrenten wie Mobilcom, Talkline und Arcor drängten auf den Markt und sorgten dafür, dass die Telefonpreise fielen. Obermann führte nun an, dass das Marktvolumen sich ihm zufolge im klassischen Telefongeschäft jährlich um eine Milliarde Euro verringere. Wegen des starken Preisverfalls wird “der Kuchen kleiner, und unser Kuchen wird auch kleiner”, zitierte die dpa den Konzernchef.