OLPC-Laptop könnte lizenziert werden

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Der für Software und Inhalte zuständige Präsident des ‘One Laptop per Child’-Projekts (OLPC) kann sich zukünftig vorstellen, die Technologie des Billig-Laptops an andere Hersteller zu lizenzieren.

“Ich weiß nicht, ob es nicht besser für die Kinder wäre, wenn wir all das, was wir heute machen, frei veröffentlichen würden – für alle und egal für welchen Zweck. So könnten vielleicht schneller mehr Laptops in die Hände der Kinder gelangen”, sagte Walter Bender in einem Interview mit dem Technologiemagazin Technology Review.

Bender kann sich die Freigabe der Technik sehr gut vorstellen. Jedoch sagte er, dass es für eine Lizenzierung noch zu früh sei. “Mit dieser Frage kämpfen wir gerade. Wir brauchen einen Wirtschaftswissenschaftler, der das für uns herausfindet.” Aber grundsätzlich wird es nach den Aussagen von Bender noch eine Weile dauern.

“Wenn wir den Druck auf die IT-Branche nicht aufrechterhalten, gehen die Preise hoch, die Maschinerie ist nicht mehr so effizient und wir kommen schließlich wieder zur bekannten ‘größer und schneller’-Entwicklung.” Damit würde auch die Grundidee des OLPC-Projekts scheitern und das würde den Kindern in den Entwicklungsländern nicht weiterhelfen. “Wir müssen weiter dafür sorgen, dass die Industrie ehrlich bleibt – bis wir allen gezeigt haben, dass dieser neue Weg tragfähig ist”, sagte Bender.

Das Projekt hat durchaus mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die zum Anfang erhofften Bestellungen des Billlig-Laptops in Millionen-Höhe kamen nie zustande. Der Projektinitiator Nicholas Negroponte wollte die Produktion des Laptops eigentlich nicht starten, bevor nicht mindestens fünf Millionen Bestellungen aus der ganzen Welt vorliegen. Bis jetzt ist der mit Abstand größte Besteller Peru mit rund 270.000 Geräten. Bender betonte im Interview, dass der Laptop der effizienteste Weg sei, den Kindern ein echtes Lernen zu ermöglichen. “Uns interessiert der Laptop an sich nicht, wir interessieren uns für die sich daraus ergebenden Bildungschancen.”

Auf die Frage, wie Bender denn den Abgang von Intel sieht, sagte er, dass Intel nichts dazu beigetragen habe, weder beim OLPC-Notebook, noch bei dem Lernmodell oder der Software. “Das sie jetzt gegangen sind kann uns eigentlich egal sein”, so Bender.

Intel und OLPC hatten damit begonnen, eine Intel-basierte Version des Laptops zu entwickeln, welches derzeit von einem AMD-Prozessor angetrieben wird. OLPC soll Intel sogar aufgefordert haben, generell nicht mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, welche Billig-Notebooks fertigen. Davon wäre auch Asus EeePC betroffen, das derzeit wohl erfolgreichste Produkt in diesem Segment.