Office-Alternative im Test

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Wieder mal kommt eine Alternative zu Microsoft aus Nürnberg. Diesmal nicht aus dem Hause Suse sondern von SoftMaker.

Mit SoftMaker Office 2008 für Windows hat die Nürnberger Firma im Dezember ein Produkt auf den Markt gebracht, das mit der Textverarbeitung ‘TextMaker’, Tabellenkalkulation ‘PlanMaker’ und der Präsentations-Software ‘Presentations’ die wesentlichen Kernelemente einer Office-Suite bietet. Dieser Umfang ist – vom fehlenden Outlook abgesehen – mit Microsoft Office 2007 Standard vergleichbar. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von rund 70 Euro kommt SoftMaker Office 2008 aber deutlich günstiger.

SoftMaker betonte, dass Anwender von Microsoft Office 2003 sich in der Benutzeroberfläche der SoftMaker-Suite heimisch fühlen werden – wohl als Argument für Umstieg statt Upgrade. Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten vieler Funktions-Symbole und der Inhalte von Symbolleisten zum MS-Produkt auffallend und auch die Bedienung ist für Office-Umsteiger intuitiv. Speziell Standardaufgaben sind so sofort auch ohne Handbuch oder Hilfefunktion durchführbar. Dabei macht sich vor allem bemerkbar, dass einige Autoformatierungen etwa von Links oder Sonderzeichen nicht wie bei Word Standard sind. Bei komplexeren Operationen sind die Bedienungsunterschiede fallweise etwas deutlicher.

Ein auffallender Unterschied ist, dass bei TextMaker die automatische Rechtschreibprüfung werkseitig deaktiviert ist. Die bekannten roten Unterwellungen können aber leicht aktiviert werden. Die Rechtschreibhilfen von TextMaker entpuppen sich insgesamt als zweischneidiges Schwert. Das programmeigene Wörterbuch, das für die Prüffunktionen genutzt wird, wirkt etwas schwächer als jenes von Microsoft Word. Allerdings können per Menü oder Tastenkombination für das aktuell angewählte Wort passende und ähnliche Begriffe aus zwei Duden-Wörterbüchern angezeigt werden. “Deutsches Universalwörterbuch” und “Das große Fremdwörterbuch” helfen so nicht nur bei der Korrektur, sondern auch bei dem Verständnis ungewöhnlicher oder sehr fachspezifischer Termini in Texten.

Als Stärke von SoftMaker Office ins Treffen geführt wird die gute Kompatibilität zu gängigen Formaten. Für viele Anwender ist die Textverarbeitung der meistgenutzte Teil einer Office-Suite. Den wechselseitigen Import und Export von Dateien im Word-DOC-Format hat pte daher ausgiebig getestet. Dabei gab es nur in einem Fall ein kleines Problem mit der Wiedergabe eines aufwändigeren Layouts, das beim Import in TextMaker durch einen zusätzlichen Seitenumbruch gestört wurde. Bei anderen Dateiformaten wie XLS, ODF und PPT gab es beim Test ebenfalls keine Schwierigkeiten.

Die in alle Programme integrierte PDF-Export-Funktion bewährt sich am besten in TextMaker. Layouts inklusive eingebundener Grafiken oder anderer Objekte werden gut verarbeitet. Eingebundene mailto-Verknüpfungen wurden allerdings nicht funktional verarbeitet. Auch der PDF-Export aus Presentations führte zu guten Ergebnissen. Bei PlanMaker wird zwar technisch sauber exportiert, allerdings liefert ein einfacher Schnellexport im Normalfall keine PDFs von überzeugendem Layout.

Ein Vorteil für mobile Kunden ist, dass SoftMaker Office auf einem USB-Stick installiert werden kann. So hat der Nutzer seine Suite immer dabei. Das Programm ist aber nicht nur in dieser Hinsicht kompakt gestaltet. Auf dem Test-PC mit 3.0 Gigahertz Pentium 4 CPU und einem Gigabyte RAM ist der schnellere Start von TextMaker im Vergleich zu Microsoft Word 2003 selbst ohne technische Hilfsmittel bemerkbar.

Insgesamt ist SoftMaker Office angesichts der guten Funktionalität und des günstigen Preises speziell für Privatanwender eindeutig eine interessante Alternative zur Microsoft-Suite. Business-Kunden müssen entscheiden, ob sie zusätzliche Funktionalität, wie etwa eine Datenbank-Lösung als Teil einer Office-Suite benötigen. Ist das nicht der Fall, ist SoftMaker auch für sie eine Überlegung wert.

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