Forscher entwickeln selbstlernende Suchmaschine

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Wissenschaftler an der Universität Potsdam arbeiten an einer selbstlernenden Suchmaschine, die aus vorhergegangenen Suchanfragen Informationen zur Verbesserung der Ergebnisse bezieht.

“Wir konstruieren unser Suchprogramm nicht für das Internet, sondern für den Einsatz in Unternehmen. Hier stoßen wir auf die Schwierigkeit, dass Informationen an verschiedenen Stellen abgelegt sind, es gibt unterschiedliche Zugriffsrechte und anders als im Internet auch keine logischen Verknüpfungen zwischen den Daten”, sagte der Forscher Julian Bahrs von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

Viele Unternehmen haben keine Suchmaschinen, andere nutzen mehrere, die jeweils nur Teile der Information abdecken. Eine zentrale Suche gibt es kaum, stellen die Forscher fest. Demgegenüber steht der enorme Zeit- und somit Kostenaufwand, der für die Informationsbeschaffung aufgewendet wird, wobei die Menge der digital verfügbaren Informationen kontinuierlich steigt. Im Gegensatz zum Internet hat eine Suchapplikation im Unternehmen allerdings den Vorteil, dass die User nicht anonym sind. “Jeder Mitarbeiter hat hier einen Namen und eine Rolle im Unternehmen”, meint Bahrs.

“Diese Tatsache machen wir uns zunutze, um eine Fallbasis für einen Suchenden aufzubauen”, so Bahrs. Dabei fließen vergangene Suchanfragen ebenso mit ein wie die Bewertung der Ergebnisse durch den User. Diese Suchprofile werden jedoch nicht nur für den einzelnen Nutzer erstellt, sondern rollenspezifisch. Wird beispielsweise ein Arbeitsplatz im Unternehmen neu besetzt, so kann die Fallbasis sofort auch auf den neuen Mitarbeiter angewandt werden. Ebenso ist die Erstellung eines Profils für eine bestimmte Abteilung im Unternehmen möglich. Bei nachfolgenden Suchanfragen könne so das Ranking der Ergebnisse individuell verbessert werden, ohne dass ein großer Administrationsaufwand erforderlich sei, berichtet Bahrs.

Die Wissenschaftler arbeiten seit vergangenem Sommer an der Suchapplikation. Die aktuell vorliegenden Forschungsergebnisse und den bereits funktionierenden Prototypen wollen die Forscher auf der CeBIT 2008 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Für das vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderte Projekt sind die Entwickler derzeit auf der Suche nach Unternehmen, bei denen die Suchinstrumente zu Testzwecken eingesetzt werden können. “Unsere Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen”, so Bahrs, der davon ausgeht, dass noch eineinhalb Jahre Forschungsarbeit nötig sind.

Am Montag erst teilte die TU Darmstadt mit, dass ein Team von Informatikern an Software arbeitet, die in natürlicher Sprache gestellte Fragen beantworten soll.