Fujitsu Services startet in Deutschland

Management

Deutschland war bis Ende 2006 – gemessen am Umsatz – ein nahezu weißer Fleck auf der Fujitsu-Services-Landkarte.

Dies hat sich allerdings im Laufe des Jahres 2007 deutlich geändert. Innerhalb kurzer Zeit wurden folgende Meilensteine gemeldet:

Im Dezember 2006 wurde der Vertrag für die Übernahme der Aktienmehrheit an der TDS AG unterzeichnet. Derzeit hält Fujitsu Services mehr als 80 Prozent des Grundkapitals. In 2006 beschäftigte TDS circa 700 Mitarbeiter und realisierte einen Umsatz von fast 100 Millionen EURO.

Im April 2007 hat TDS die Übernahme der dsoftware GmbH bekannt gegeben. Im Wesentlichen vermarktet das Unternehmen eine Softwareplattform für HR BPO (Human Resources Business Process Outsourcing). Der realisierte Umsatz beläuft sich auf unter 10 Millionen EURO. Im Mai 2007 hat Fujitsu Services mit der ASIC (Allianz Shared Infrastructure Services) einen 5-Jahres-Vertrag über die Auslagerung der dezentralen IT Services und des Netzwerkbetriebs abgeschlossen. Der Vertrag hat ein Volumen von fast 400 Millionen EURO und regelt auch die Übernahme von 500 ASIC-Mitarbeitern.

Diese Aktivitäten lassen einen recht ambitionierten Plan für den Ausbau der Geschäftsaktivitäten der Fujitsu Services in Deutschland erkennen. Bis zum Jahr 2010 soll ein Jahresumsatz von etwa 500 Millionen EURO erreicht sein und damit ein Platz unter den deutschen Top Ten des IT-Services-Marktes gefestigt werden.

In diesem Zusammenhang sind durchaus auch weitere Übernahmen vorgesehen. Ein kontrollierbarer Integrationsaufwand und ein ergänzendes Portfolio sind hierbei die wesentlichen Entscheidungskriterien.

Grundsätzlich hat sich Fujitsu Services mit den TDS-Themen Application Management und HR BPO zwei wichtige Kompetenzen in Wachstumssegmenten gesichert. Der zukünftige Erfolg im deutschen Markt wird aber in entscheidendem Maße davon abhängen, welches Profil sich Fujitsu Services in den nächsten 12 bis 18 Monaten gibt. Während die Aktivitäten von TDS auf den Mittelstand abzielen, ist der Allianz-Deal in einer völlig andere Zielgruppe angesiedelt.

Eine potenzieller Übernahmekandidat sollte also vor allem die Lücke zwischen diesen beiden Zielgruppen schließen. Ein nennenswerter Beitrag zum geplanten Wachstum und der erwünschte, kontrollierbare Integrationsaufwand dürfte in erster Linie bei Anbietern mit einem Jahresumsatz zwischen 100 und 200 Millionen EURO zu finden sein.

Fujitsu Services sollte mit dem nächsten Schritt nicht zu viel Zeit verstreichen lassen, um den Schwung aus dem Jahr 2007 mitzunehmen. Allerdings dürfte sich die Anzahl der relevanten Kandidaten für eine Übernahme in Grenzen halten.

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