Insiderhandel: CPU-Manager bald vor Gericht

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Analyst auch unter Verdacht

Der Prozess gegen drei Mitarbeiter des Software-Unternehmens CPU wegen verbotenen Insiderhandels startet voraussichtlich im April kommenden Jahres am Landgericht Augsburg. “Ich nehme an, dass wir nach den Osterferien beginnen werden”, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Wirtschaftstrafkammer, Thomas Eckert, am Montag.

Die 9. Strafkammer hatte zuvor das Verfahren zur Hauptverhandlung zugelassen. Wegen der großen Bedeutung des Falles sei entschieden worden, die Sache am Landgericht und nicht am Amtsgericht zu verhandeln.

Einem Prokuristen, einem Vertriebsmanager und einer früheren Vorstandssekretärin des Unternehmens wird vorgeworfen, unter Ausnutzung ihrer Insiderkenntnisse Aktien verkauft und beträchtliche Vermögensvorteile gewonnen zu haben. Dabei hatten sie nach Auffassung der Anklage bereits von internen Problemen des Unternehmens gewusst.

Bei den Transaktionen 1999 und 2000 sollen die drei zusammen mehr als 6000 Aktien für einen Erlös von mehr als 260 000 Euro verkauft haben. Auf Insiderhandel steht nach dem Gesetz Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Bei der CPU Softwarehouse AG hieß es, man sei interessiert, dass die Sache aufgeklärt werde. Das Haus CPU habe aber damit nichts zu tun, es seien persönliche Geschäfte der drei betreffenden Personen gewesen.

Derzeit wird noch gegen ein ehemaliges Vorstandsmitglied und dessen Ehefrau sowie gegen mindestens zwei andere Personen ermittelt. Unter anderem war bei den Mitte 2001 bekannt gewordenen Ermittlungen erstmals auch ein Analyst wegen des Verdachts auf Insiderhandel ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Der ehemalige Beschäftigte der Bayerischen Landesbank soll im ersten Halbjahr 2000 zur Manipulation des Aktienkurses der CPU beigetragen haben, um millionenschwere Aktienpakete möglichst mit Gewinn zu verkaufen.