Cisco überrascht mit sattem Quartals-Plus

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Für Euphorie ist’s noch ein bisschen früh, Mr. Chambers!

Der weltgrößte Computernetz-Ausrüster Cisco Systems hat im abgelaufenen Quartal – dem ersten des Geschäftsjahres – dank starker Kostensenkungen gut verdient. In der Branche zeichnet sich jedoch noch kein Aufschwung ab. Die Umsatzentwicklung bei Cisco bereitet den Marktbeobachtern Sorge. “Wir sind für einen Aufschwung gut positioniert, egal wann er erfolgt”, erklärte Konzernchef John Chambers.

Cisco wies einen Gewinn von 618 Millionen Dollar aus. Im entsprechenden Vorjahresabschnitt war es noch ein Verlust von 268 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zur Vorjahreszeit um neun Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar.

Chambers hob die Marktherausforderungen hervor. Trotzdem habe das Unternehmen besser als die Konkurrenz abgeschnitten. Cisco hat sich nach seinen Angabe auf Dinge konzentriert, die es kontrollieren und beeinflussen könne. Dies habe “zu einem weiteren soliden Quartal für Cisco geführt”. Es habe eine dramatische Steigerung beim Gewinn, den Bruttomargen und bei Marktanteilen sowie ein solides Umsatzwachstum gegeben.

Cisco werden inzwischen weit bessere Chancen eingeräumt, erfolgreich aus der Krise herauszugehen, als etwa Nortel oder Lucent. “Die fundamentalen Unternehmenswerte sind die besten bei den Netzausrüstern”, so Fritz Kaegi, Analyst beim Investmenthaus Morningstar.

Chambers geht davon aus, dass bei einem Aufschwung die Technologieausgaben wieder steigen werden. Cisco sei in seinen traditionellen und in neuen Wachstumsmärkten wie Speichern, Sicherheitsprodukten, lokalen Mobilfunk-Netzen und Internet-Protokoll-Telefonverkehr gut positioniert.

Der Umsatz könnte allerdings im laufenden Quartal gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um bis zu vier Prozent fallen, da die Unternehmenskunden mit ihren Technologieausgaben sehr vorsichtig seien. “Wir sind langfristig sehr optimistisch, doch gibt es kurzfristig viele Hindernisse”, erklärte Chambers.

Cisco habe sich während des Rückschlags für die Technologiebranche viel besser gehalten als die Konkurrenz. Außerdem konnte der Konzern in den zurückliegenden sechs Quartalen den Umsatz um neun Prozent steigern, während der Gesamtumsatz der zehn größten Konkurrenten im gleichen Zeitraum um 48 Prozent gefallen sei, sagte Chambers.