“Internet Governance 2003”: ICANN-Reform steht im Kreuzfeuer

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Zwischen Optimismus und Skepsis

Die im Dezember 2002 von der Internetregierung Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) beschlossene Reform der internationalen Internetverwaltung erzeugt Skepsis den Vergebern der nationalen Domain-Länderkürzel. Das hat sich bei einem Treffen des Icann-Studienkreises in der vergangenen Woche bewiesen. Die 150 Teilnehmer diskutierten in Berlin über das Thema “Internet Governance 2003: Icann in der Reform”.

Die Gründung einer europäischen Nutzervertretung sorgt schon seit einiger Zeit für Aufruhr bei den Domainverwaltern. Die deutsche Registrierungsstelle Denic kritisierte, Icann solle sich auf seine Kernaufgaben beschränken.

Auch die britische Registrierungsstelle Nominet zeigte sich enttäuscht von der Icann-Reform. Die Web-Regierung sei in ihrem gesamten Aufbau immer noch viel zu kompliziert. Nominet plädierte für eine radikale Umstrukturierung.

Ein weiteres beherrschendes Thema der Konferenz war das Konzept einer verstärkten Public-Private Partnership und das Prinzip der Kooperation. Icann-Präsident Vint Cerf, der im Frühjahr seinen Vorgänger Stuart Lynn ablöst, betonte die extrem wichtige Funktion der Zusammenarbeit.

Er sieht es als seine Aufgabe, die verschiedenen Partner an einen Tisch zu bekommen, damit die “Institutionelle Inzucht” ein Ende fände.