Microsoft verweigert Dividende

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Angst vor weiteren Prozessen

Der Microsoft-Konzern will seine Aktionäre auch weiterhin und vorerst nicht am Gewinn beteiligen. Auf der Hauptversammlung wehrte Finanzchef John Connors entsprechende Forderungen nach einer Dividende erneut ab.

Zwar hat Microsoft derzeit rund 40 Milliarden Dollar in Bar auf der hohen Kante. Die Lage sei aber weiterhin durch Unwägbarkeiten geprägt, warnte der CFO. Auch wenn das Ende des größten Kartellverfahrens in den USA abzusehen sei, könnten weitere Prozesse doch noch zu Schadenersatz- oder Strafzahlungen in Milliardenhöhe führen.

Außerdem wolle das Unternehmen in nächster Zeit rund 5 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investieren. Jetzt sei der falsche Zeitpunkt, so Connors, um ein Langzeitprojekt wie Dividendenzahlungen zu beginnen.

Die Aktionäre des Redmonder Weltkonzerns überzeugt das offenbar nur teilweise. Auf der Hauptversammlung wurde Kritik laut, das Management könne nicht richtig mit den Finanzen umgehen. Allein in den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren seien Abschreibungen über neun Milliarden Dollar in den Bereichen Telekom- und Kabelnetze notwendig geworden. Außerdem sind die Anleger erbost darüber, dass die Microsoft-Papiere seit ihrem Höchststand vor gut drei Jahren rund 50 Prozent ihres Werts eingebüßt haben.

Derweil hat sich Firmengründer Bill Gates einer weiteren Million seiner Stammaktien entledigt. Das teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht mit. Erlös: rund 53 Millionen Dollar.

Schon in der vergangenen Woche hatte Microsofts Chefentwickler acht Millionen seiner Aktien auf den Markt geworfen. Das Gates-Depot ist allerdings noch immer prall gefüllt: knapp 613 Millionen Microsoft-Aktien liegen dort noch.