Telekom will Kunden zur Lastschrift zwingen

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Aufschlag für misstrauische Kunden geplant

Die deutsche Telekom will ihre Kunden in Zukunft stärker dazu bewegen, dem Unternehmen eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Andernfalls wolle die Telekom künftig 1,20 Euro pro Rechnung zusätzlich verlangen. Ein entsprechender Antrag liege bereits bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) vor, bestätigte Telekom-Sprecher Ulrich Lisseck auf Anfrage.

Die Behörde muss nun bis Ende Februar über den Antrag entscheiden. Etwa 35 Millionen Kunden haben dem Unternehmen die kostensparende Einzugsermächtigung erteilt. 5 Millionen weitere Telekom-Kunden überweisen den Rechnungsbetrag selbst. Der Abgleich der Zahlungseingänge verursacht allerdings erhebliche Personalkosten.

Telekom-Chef Ricke will mit dieser Maßnahme weiter Kosten reduzieren. Derzeit drängt der T-Konzern die Kunden ebenfalls dazu, auf gedruckte Rechnungen zu verzichten und stattdessen auf Onlineverfahren umzusteigen. Die Telekom ist derzeit mit rund 60 Milliarden Euro verschuldet. Ricke will diese Zahl bis Ende des Jahres auf 53 bis 50 Milliarden Euro senken.

silicon meint: “Wenn Sie dieser Rechnung nicht innerhalb von vier Wochen widersprechen, gilt sie als genehmigt.” So steht es am Ende jeder Telekom-Rechnung. Haben Sie schon einmal versucht, einer Rechnung dieses Unternehmens zu “widersprechen”? Bei der Telekom ist dieser Vorgang eigentlich nicht vorgesehen. Wagt es ein Kunde, dennoch zu widersprechen, so hat er eigentlich nur eine Chance, überhaupt etwas gegen die bürokratische T-Maschinerie auszurichten, wenn er ungerechtfertigte Rechnungen wenigstens kürzen kann. Jeder Unternehmer behält sich diese Recht für den Streitfall vor. Die Telekom aber will ihre Kunden am liebsten zum Abnicken der – oftmals falschen – Rechnungen zwingen. Die Regulierungsbehörde täte gut daran, diesem Auswuchs von Selbstherrlichkeit einen Riegel vorzuschieben.