Lucent mit beachtlichem Minus

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Zehn Rote in Folge – das schafft so schnell keiner

Der TK-Ausstatter Lucent hat allein im abgelaufenen Quartal 2,8 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatten Restrukturierungskosten und Massenentlassungen allerdings noch zu einem Rekordverlust von 8,8 Milliarden Dollar geführt.

Mit nur noch 35 000 Angestellten will das Unternehmen eine konservative Strategie fahren; vor allem im Produktbereich will CEO Particia Russo alte Zöpfe abschneiden.

Bleiben sollen die Produktlinien für den immer noch lukrativen Metrobereich. Das sind Glasfasergeräte und -leitungen, die vor allem von alternativen und alteingesessenen Carriern benötigt werden.

Auch Voice Switches für paketbasierte Netzwerkübertragungstechnik soll bleiben. Für ATM, CDMA und MPLS soll weiter geforscht und gebaut werden, verspricht Russo.

Ferner möchte die Frontfrau der ehemaligen Bell-Abteilung auch ihr Quäntchen zur UMTS-Entwicklung beitragen. Bei einem erwarteten Marktvolumen von 44 Milliarden Dollar weltweit in deren Marktsegment darf der Konzern auch weiterhin mit den Produkten verbundene Services offerieren.

Gestrichen werde allerdings alles, was mit Soft-Switches zu tun habe. Zu geringes Interesse hatten die Kunden in den vergangenen Monaten an einem Austausch ihrer herkömmlichen Voice Switches gezeigt.

Auch die DSL-Zugangstechnik habe die Erwartungen so sehr enttäuscht, hieß es, dass die damit verbundenen Anstrengungen eingestellt würden. Diese Ankündigungen dürften die Angestellten in der neu gebauten Forschungsabteilung im Standort Nürnberg als Menetekel an der Wand betrachten.

Zwar wird hier auch im UMTS-Bereich und bei den ‘geretteten’ Switches geforscht, allerdings werden die vielen hundert Quadratmeter Fläche, die bislang leer stehen, wohl noch lange nicht mit den Geräten und Arbeitskräften bevölkert sein, die eigentlich laut Gebäudeplan dort hin sollten.