Systems: Topcall stellt neue Mitarbeiter ein

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Während die IT-Branche nach wie vor mit wirtschaftlichen Probleme kämpft, scheint ein Unternehmen die Krise als solche kaum wahrzunehmen: Topcall, ein Anbieter von Kommunikationssystemen mit Hauptsitz in Wien, hat auf der Systems in München angekündigt, im kommenden Jahr nicht nur keine Mitarbeiter zu entlassen, sondern die Belegschaft in Deutschland – vornehmlich im Bereich – Vertrieb sogar um 10 Prozent aufzustocken.

“Wir finden die Leute auf dem Markt jetzt viel einfacher”, begründet der Geschäftsführer der Topcall-Niederlassungen in München, Stuttgart und Frankfurt am Main, Bodo Straßen, die derzeit doch eher ungewöhnliche Entscheidung. In ein paar Jahren, so Straßen, werde es weit schwieriger, gutes Personal zu finden: “Da werden viele Unternehmen wahrscheinlich Probleme bekommen.”

Überhaupt scheint Topcall die Krise der Branche mit erstaunlich leichter Hand zu meistern. Im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 20 Prozent auf knapp 4 Millionen Euro steigern; für das Gesamtjahr erwartet Topcall-CFO Christoph Stockert ein knapp zweistelliges Umsatzwachstum. Das Geheimnis des Erfolgs ist laut Bodo Straßen eine “konservative Einstellung”: “Wir sind nicht an den Neuen Markt gegangen, wir haben der Hype nicht mitgemacht – und wir geben kein Geld aus, das wir nicht haben.”

Ein Rezept, das zumindest bis jetzt offenbar ganz gut funktioniert. Und auch was die Zukunft des Geschäfts betrifft, macht sich Straßen keine Sorgen: “In den nächsten Jahren wird es um die Umstellung von analog auf digital gehen. Wir können in beiden Umfeldern arbeiten und Verbindungen herstellen – und das schaffen nicht viele.”

Derzeit baut Topcall gerade neue ASP-Modelle auf und will sich auch stärker auf Voice-over-IP konzentrieren. “Es ist ganz einfach”, sagt Bodo Straßen: “Man muss mit einem Produkt schlicht Geld verdienen. Das scheinen manche bereits aus den Augen verloren zu haben.”