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DTT ist eine Totgeburt, meinen die Marktforscher

Obwohl sie es besser wissen müssten, halten die Regierungen der EU-Länder an digitalem Fernsehen (Digital Terrestial TV, DTT) und Audio-Broadcasting fest. Im Gegensatz zur Kabel- und Satelliten-Übertragung machten Restriktionen diese Technik von vornherein unwirtschaftlich, sagen die Analysten des Marktforschungsunternehmens Forrester.

“DTT ist zwar noch nicht gestorben, doch kaum überlebensfähig”, diagnostiziert Forrester-Analystin Hellen Omwando. Im Prinzip sei die Technik zwar günstig oder sogar frei erhältlich. Doch mangele es an einem verantwortlichen Betreiber, die Kosten für die Kundengewinnung seien zu hoch und keiner könne mobiles DTT bezahlen.

Letztlich verärgere man die Kunden mit der Ablösungen analoger Technik. Für sie dürfte es kaum einsehbar sein, warum sie für eine Settop-Box 250 Euro ausgeben sollten – für einen Spleen, argumentiert Omwando. So könne DTT in fünf Jahren bestenfalls einen Marktanteil von 11 Prozent gewinnen.

Ohnehin stecken die europäischen Regierungen in Erklärungsnot. Die Betreiber von Satellitenprogrammen kämpfen ums Überleben, doch die Regierungen wollten einseitig DTT stützen, heißt es bei Forrester.

Die Marktanalystin fordert deshalb dazu auf, die Mittel, mit denen etwa ein interaktives ARD-Programm gefördert würde, lieber in den Ausbau des E-Governments zu stecken. Davon hätten die Bürger sehr viel mehr.