Nortel macht Glasfaserbereich dicht

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… und begibt sich aufs Glatteis

Der kanadische Netzausrüster Nortel will seine Glasfaser-Spezialabteilung für abstimmbare Laser, Coretek, schließen. Erst im Jahr 2000, zur Zeit des High-Tech-Booms hatte der Konzern den kleineren Spezialisten zum Traumpreis von 1,16 Milliarden Dollar gekauft. Die Technik sei den “allgemeinen Marktbedingungen zu weit voraus, zu futuristisch”, sagte ein US-Unternehmenssprecher. Analysten weisen hingegen darauf hin, dass bei wieder anziehenden Marktbedürfnissen auch die Nachfrage nach neuester Spitzentechnik wieder anziehen werde und ein völliges Einschläfern von Coretek unklug sei. Die verbleibenden Coretek-Werte könnten außerdem derzeit nur schlappe 50 Millionen Dollar bringen.

Außerdem weisen die Marktkenner auf einen weiteren sich wohl anbahnenden Denkfehler, eine Kurzsichtigkeit in der Nortel-Strategie hin: Um ein Delisting wegen zu geringem Aktienwert zu entgehen, hatte der Hersteller gestern verkündet, ein umgekehrtes Aktien-Splitting vornehmen zu wollen. Der Aktienpreis, der zurzeit um einen halben Dollar pendelt, soll nicht auf zwei Dollar, sondern auf 10 bis 20 Dollar gehoben werden. Die Maßnahme sei sehr aggressiv und schieße vielleicht über das Ziel hinaus, meinen sie. So wie sich Nortel verhält, rechnet das Unternehmen wohl mit weiterem Schneetreiben.