Rettungsaktion Mobilcom: Neues Kapitel in Arbeit

EnterpriseMobile

Erst nach den Wahlen gibt es mehr

Bei der Büdelsdorfer Mobilcom wird derzeit auf Hochtouren ein Sanierungsplan erarbeitet. Bis Ende nächster Woche wird es allerdings wohl noch dauern. Die Europäische Kommission kündigte an, erst nach der Bundestagswahl über die Zulässigkeit einer Bundesbürgschaft für das angeschlagene Telekommunikationsunternehmen zu entscheiden. Vorher sei eine gründliche Prüfung nicht mehr zu machen, hieß es heute aus Kreisen von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti in Brüssel. Monti hatte zuvor darauf gedrungen, dass Deutschland die angekündigten Kreditgarantien als staatliche Beihilfe in Brüssel zur Genehmigung anmeldet.

Trotz der zugesagten Millionen-Finanzspritze des Staates gibt es noch keine Klarheit darüber wie es mit dem Unternehmen weiter gehen wird. Unklar ist beispielsweise die Zukunft der UMTS-Sparte von Mobilcom. Es fehlt neben Geld auch an Endgeräten und attraktiven Inhalten. In der klassischen Mobilfunksparte, die knapp drei Viertel der Mobilcom-Umsätze ausmacht, hat das Unternehmen zwar fünf Millionen Kunden, wirtschaftet aber mit Verlust. Dem Mehrheitsaktionär France Télécom geht es bekanntlich ebenfalls nicht gut. Frankreichs Gewerkschaften sehen den Konzern nach seiner Führungs- und Finanzkrise um den deutschen Partner am Abgrund.

Die politische Auseinandersetzung um die staatlichen Hilfen für Mobilcom setzen sich unterdessen mit ungeminderter Heftigkeit fort. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Alfred Tacke attackierte den Unions- Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, der eine nachträgliche Lockerung der strengen Bedingungen für eine UMTS-Mobilfunklizenz ins Spiel gebracht hatte. Mit der Forderung, einen Handel mit den Lizenzen zuzulassen, werde große Unsicherheit in den Markt getragen, sagte Tacke. “Man muss zu den Auktionsbedingungen stehen. Sie sind unabänderbar,” erklärte er.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen