Der Sihler-Plan: Telekom-Töchter versilbern

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Der Sommer-Nachfolger denkt über schnelle Geldquellen nach

Helmut Sihler, Interims-Chef der Deutschen Telekom, arbeitet offenbar an Plänen, die beiden Konzerntöchter T-Online und T-Mobile teilweise zu verkaufen. Im Gespräch mit Analysten sei das als Möglichkeit genannt worden, bis zu 3 Milliarden Euro für den dringenden Schuldenabbau einzunehmen.

Der geplante Börsengang der 100-prozentigen Mobilfunktochter T-Mobile sollte zunächst bis zu 70 Milliarden Euro einspielen. Das schlechte Marktumfeld ließ die Erwartungen dann aber auf nur noch 10 Milliarden zusammenschnurren. Schließlich wurden die IPO-Pläne bis auf weiteres abgeblasen. Und jetzt könnte ein Verkauf von 10 Prozent der Anteile an Partner oder Investoren bis zu 2 Milliarden Euro bringen, meinen Branchenkenner. Der Gesamtwert von T-Mobile würde damit wieder auf 20 Milliarden taxiert.

An T-Online hält der Bonner Konzern 84 Prozent. Den Berichten zufolge wird ein Erlös aus Teilverkäufen von 1 Milliarde Euro für realistisch gehalten.

Insgesamt braucht Sihler aktuell allerdings zwischen 4 und 7 Milliarden Euro, um sein Schuldenziel von nur noch 50 Milliarden Euro für Ende 2003 zu erreichen. Momentan steht die Deutsche Telekom mit 64 Milliarden Euro in der Kreide. Sihler hat angekündigt, er werde längstens bis zum Jahresende im Amt bleiben. Seine Pläne zur Umstrukturierung will er im November vorstellen.