Worldcom-Controller verbot Kontakt mit Wirtschaftsprüfern

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E-Mails geben Aufschluss

Der ehemalige Controller des US-Telekommunikationsriesen Worldcom, David Myers, hat einen Untergebenen davon abgehalten, Buchungsangelegenheiten mit der damaligen Wirtschaftprüfungsgesellschaft Arthur Andersen (AA) zu besprechen. Darauf weisen E-Mails von Myers hin, die die Untersuchungsbehörden nun veröffentlicht haben.

Es geht um den elektronischen Geschäftsverkehr zwischen Myers und seinem untergebenen Steven Brabbs, der zur Leitung des Londoner Worldcom-Büros gehörte. So schrieb Myers etwa: “Sie werden kein Treffen mehr mit AA vereinbaren, es gibt keinen Grund dafür.”

Myers wird zur Last gelegt, die Worldcom-Bücher selbst gefälscht oder von Manipulationen gewusst zu haben. Myers trat von seinem Posten an dem Tag zurück, als Buchungsdifferenzen von 3,85 Milliarden Dollar bekannt wurden.

Die Bilanzfälschung führte schließlich dazu, das Worldcom Insolvenz anmelden musste. Seitdem sind weitere Unregelmäßigkeiten in den Büchern aufgetaucht.

Myers selbst ist gegen eine Kaution von zwei Milliarden Dollar aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Amerikanische Beobachter nehmen an, er werde seine Verteidigung möglicherweise damit stützen, dass er mit den Untersuchungsbehörden zusammen arbeitet.

Ob die E-Mails zweifelsfrei beweisen, dass Myers mit den E-Mails ein Auffliegen der unsauberen Machenschaften verhindern wollte oder ob es sich möglicherweise nur um die Festlegung eines hierarchischen Prozederes handelte, ist noch fraglich.