Marconi zieht im Sturzflug alle Register

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TK-Ausrüster lässt Aktionäre über die Klinge springen

Der schwer angeschlagene britische Telekomausrüster Marconi hat einem Rettungsplan zugestimmt, bei dem die derzeitigen Aktionäre praktisch leer ausgehen. Sie werden künftig nur noch ein halbes Prozent der Anteile halten.

Das einstige Blue-Chip-Unternehmen geht zu 99,5 Prozent in den Besitz seiner Gläubiger – Banken und Anleihenbesitzer – über. “Ich glaube nicht, dass irgendjemand von den Aktionären erwartet, dass sie hiervon erbaut sein werden, aber es ist nun mal eine traurige Sache, die da passiert ist”, sagte Marconi-Chef Mike Parton in London. “Es reflektiert die wirtschaftliche Realität des Unternehmens.”

Nach der vereinbarten Neufinanzierung werden die Schulden von Marconi in Eigenkapital umgewandelt und reduzieren sich damit von umgerechnet 6,4 Milliarden Euro auf nur noch 480 Millionen Euro. Diese finanzielle Restrukturierung erlaube es Marconi, mit “neuem Vertrauen” für die Zukunft zu planen, sagte Parton.

Marconi hatte sich Ende der 90er Jahre vom Industrieunternehmen zur Telekom-Gesellschaft gewandelt. Auf dem Höhepunkt des New-Economy-Booms kaufte sich Marconi in den Markt ein. Als die Krise der Wachstumsbranche einsetzte, bekam das Unternehmen seine Schulden nicht mehr in den Griff.

Der Wert der Aktie sank von 12,40 Pfund auf 1,7 Pence am vergangenen Mittwoch. Manche Analysten bezweifeln, dass Marconi nun noch groß genug ist, um einen Weg aus der Krise zu finden.

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