France Télécom jetzt doch vor Mobilcom-Übernahme

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Büdelsdorf-Poker um Schmid und die drohende Insolvenz geht weiter

Mit einem Kursaufschlag von zeitweise 35 Prozent hat die Mobilcom-Aktie an der Frankfurter Börse für Aufsehen gesorgt. Hintergrund sind Spekulationen über ein mögliches Kaufangebot des Großaktionärs France Télécom (FT) an alle Mobilcom-Aktionäre.

Nach Agenturberichten soll Firmengründer und Ex-Vorstandschef Gerhard Schmid von einer bevorstehenden Sitzung des FT-Verwaltungsrats in der kommenden Woche gesprochen haben, auf der darüber entschieden werden soll. Die Franzosen hatten zwar die Absetzung Schmids betrieben und sich um eine Umschuldung der Kredite über 4,7 Milliarden Euro bemüht – de facto haben sie also die Entscheidungsgewalt bei Mobilcom übernommen, an der die FT 28,5 Prozent hält.

Der französische Konzern weigerte sich aber bisher, mit einem Übernahmeangebot den Wert der Anteilsscheine in die Höhe zu treiben, bevor nicht Lieferantenkredite über 1,1 Milliarden Euro vom Tisch und die Umschuldung abgeschlossen sind. Die Netzwerklieferanten Nokia und Ericsson sind nun aber offenbar tatsächlich bereit, von ihren Forderungen gegen Mobilcom zurückzutreten.

Die bundesdeutsche Wertpapieraufsicht BaFin prüft derzeit auf Antrag Schmids erneut, ob FT nicht verpflichtet sei, den Aktionären ein Pflichtangebot zu unterbreiten. Die Franzosen sind nach jüngsten berichten bereit, maximal 10 Euro je Aktie zu zahlen. Schmid, der rund 50 Prozent der Anteile hält, fordert 15 Euro. Momentan notiert das Papier bei 6,30 Euro.