Marconi treibt auf den Abgrund zu

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Aktienbesitzer schauen in die Röhre

Nach Gerüchten um eine Umschuldung ist die Aktie des britischen Telekom- und Netzwerkausrüsters Marconi auf einen neuen Tiefstwert gestürzt. Das endgültige Aus scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Nach Berichten aus der Wirtschaftspresse zeichnet sich eine Einigung zwischen dem krisengeschüttelten TK-Ausrüster und seinen Gläubigern ab. Danach werden die Gläubigerbanken, darunter Citigroup, Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland, auf Forderungen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro verzichten und dafür die Eigentumsrechte an Marconi bekommen. Das aber wird nach Ansicht von Analysten das Ende mit Schrecken nicht verhindern, sondern lediglich etwas hinauszögern.

Die Geschäftsführung möchte erreichen, dass die Aktionäre wenigstens ein Prozent an dem Unternehmen behalten, nachdem sie im Verlauf des letzten Jahres ohnehin einen Verlust von 98 Prozent zu verkraften hatten. Das Gläubigerkonsortium möchte nicht einmal dieses Minimalzugeständnis machen.

Mittlerweile gibt es Gerüchte, Marconi werde freiwillig den Gang zum Konkursrichter antreten. Das wollte das Unternehmen jedoch nicht kommentieren.

Der TK-Ausrüster mit dem traditionsreichen Namen hat einen bemerkenswerten Absturz hinter sich: Vor seiner Umbenennung hatte das Unternehmen den Namen General Electric Company getragen und 2,6 Milliarden Pfund auf der hohen Kante. Noch vor zwei Jahre verfügte es dem Handelsblatt zufolge über eine Marktkapitalisierung von 35 Milliarden Pfund. Heute ist davon nicht einmal mehr ein Promille übrig.