Rückzug: Telekom-Chef stellt Auslands-Töchter in Frage

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Sihler unzufrieden mit Voicestream

Die Deutsche Telekom steckt nach Ansicht von Telekom-Chef Helmut Sihler in einer ernsten Situation und muss ihre Auslandsengagements überdenken. In einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung machte der neue Vorstandsvorsitzende deutlich, dass die Führungsspitze einen
Teilrückzug aus dem Auslandsgeschäft erwäge. Es sei schwierig, alle vier Sparten – Mobilfunk, Systemgeschäft, Internet und Festnetz – zu internationalisieren.

Konkrete Angaben darüber, welche Geschäftsfelder zur Disposition stehen, machte er nicht. Sihler wies darauf hin, dass die Telekom im Systemgeschäft auf jeden Fall im Ausland breit aufgestellt sein müsse und die Internationalisierung im Mobilfunk weit fortgeschritten sei. Überdenken werde der Vorstand die Lage bei der US-Mobilfunktochter Voicestream, die nur die Nummer sechs auf dem Markt ist. “Wir denken darüber nach, wie wir unsere Marktposition verbessern können”, betonte Sihler.

Ende November sollten erste Ergebnisse der strategischen Überlegungen bekannt gegeben werden, sagte Sihler der FAZ. Das könnte zeitlich mit der Klärung der Nachfolgefrage für den Vorstandsvorsitz zusammenfallen. Bislang sei noch kein Kandidat angesprochen worden. Erst werde die gesamte Aufgabe genau definiert. “Danach wollen wir dem Präsidium des Aufsichtsrats zwei oder drei Kandidaten präsentieren.”

Dieser müsse kein Spezialist für die gesamte Telekommunikation sein und könne auch aus dem Ausland kommen. Möglich sei aber auch eine interne Lösung. In den vergangenen Wochen wurde unter anderem spekuliert, ob Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff den Posten von Sommer übernehmen könnte. Der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser hat nach eigenen Angaben kein Interesse an dem Posten.