Mediengiganten fordern IP-Sperre gegen Musik-Piraten

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Munteres Rätselraten um IP 61.166.69.54

In den USA hat eine Allianz verschiedener Unterhaltungskonzerne in ihrem Kampf gegen digitale Raubkopien eine neue Front aufgemacht. Die Unternehmen verklagen insgesamt fünf Internet-Serviceprovider auf Schadenersatz und fordern sie gleichzeitig auf, eine bestimmte IP-Adresse in ihren Backbone-Routern zu blockieren.

Zu den Klägern gehören UMG Records (Vivendi Universal), Sony, RCA (BMG Bertelsmann) und Warner Brothers (AOL Time Warner). Sie waren nach eigenen Angaben bisher nicht in der Lage herauszufinden, wer hinter der Website listen4ever.com steckt. Zumindest sei bekannt, dass das Angebot an Musik- und Video-Dateien auf einem Rechner in der Volksrepublik China gehostet werde. Als Kontakt stehe lediglich eine anonyme Yahoo-Adresse zur Verfügung.

In der Klageschrift heißt es nun, dass die beschuldigten Unternehmen AT&T Broadband, Cable&Wireless USA, Sprint, Advanced Networkd Services und UUNET (Worldcom) es versäumt hätten, ihren Kunden den Zugriff auf die fragliche IP-Adresse 61.166.69.54 zu verwehren.

Es sei aber erkennbar, dass sich das auf englisch abgefasste Angebot mit seiner Musikauswahl ausschließlich an US-Bürger richte, so die Argumentation. Außerdem sei die Domain schließlich unter der in den USA am stärksten verbreiteten Top-Level-Domain .com registriert und biete keinerlei chinesische Musik-Inhalte an.

Deshalb sei eindeutig erkennbar, so die Begründung, dass der Standort in China nur deshalb gewählt worden sei, um das amerikanische Urheberrecht zu umgehen. Daraus leiten die Kläger ihre Forderung ab, die Internet-Serviceprovider müssten eine Verletzung der Urheberrechte durch ihre Kunden mit einer Router-Blockade verhindern.

Derzeit ist listen4ever.com nicht erreichbar, auch wenn die DNS-Server noch die dazu gehörende IP-Adresse liefern. Beobachter werten das als Hinweis darauf, dass die Betreiber gerade dabei sind, mit ihrer Website umzuziehen.