Unter Beschuss: Telekom-Aufsichtsrat zu spendabel?

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Ricke runderneuert Führungsmannschaft mit Hochdruck

Nur zwei Wochen nach dem Ende der Chef-Suche bei der Deutschen Telekom hat der Konzern schon wieder Ärger mit dem Personal. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Wochenende einen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel, wonach die Staatsanwaltschaft gegen Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus ermittelt.

Der Verdacht: Winkhaus habe sich der Untreue schuldig gemacht, weil der geschasste Vorstandschef Ron Sommer bei seinem Rücktritt Zahlungen von mindestens 11,6 Millionen Euro erhalten haben soll. Der Sprecher bestritt, dass es sich hier um unrechtmäßige Entscheidungen des Aufsichtsrats gehandelt habe.

Ungeklärt ist derzeit noch, ob Sommer auch seine Aktienoptionen beim Abgang mitgenommen hat. In der Kritik steht der Aufsichtsrat auch deshalb, weil er dem Vorstand mit seinen acht Mitgliedern im vergangenen Jahr Optionen über 1,7 Millionen Euro gewährt hat. Ein vernünftiges “Erfolgsziel” sei damit allerdings nicht verknüpft worden, so die Staatsanwaltschaft.

Währenddessen baut der neue Spitzenmann Kai-Uwe Ricke die Spitze der Telekom offenbar mit Hochdruck um: Nach einem Bericht des Handelsblatts ist die Demission von Technik-Vorstand Gerd Tenzer beschlossene Sache, obwohl er in den vergangenen Monaten selbst einmal im Gespräch für die Sommer-Nachfolge war. Statt dessen soll Finanzvorstand Eick der Vize von Ricke werden.

Außerdem sollen die Manager von T-Online und T-Systems, Holtrop und Hufnagl, in den Vorstand aufrücken. Sollte René Obermann tatsächlich Ricke bei T-Mobile beerben, dann wäre auch er ein Vorstands-Kandidat. Josef Brauner, verantwortlich für die Festnetzsparte T-Com, ist bereits in der Führungsetage vertreten. Mit den Umbesetzungen würde Ricke seine erklärte Strategie umsetzen, den einzelnen Säulen des Konzerns mehr Verantwortung einzuräumen.