Wettrennen: Hase und Igel im Peer-to-Peer-Fieber

Management

Studenten gegen Admins

An den amerikanischen Universitäten tobt ein Kampf zwischen Systemadministratoren und Studenten: Unter dem Druck der Musik- und Filmindustrie versuchen die Campus-IT-Verantwortlichen verstärkt, den Tausch von raubkopierten Inhalten zu unterbinden – die angehenden Wissenschaftler allerdings finden offenbar immer neue Wege, die gerade aufgestellten Hindernisse zu umgehen, wie die New York Times berichtet.

Zunächst wurden Firewalls errichtet, die aber recht schnell ausgehebelt wurden. Danach verlegten sich die IT-Leiter darauf, einfach die entsprechenden Portalseiten und IP-Adressen von Tauschbörsen & Co. zu sperren. Aber auch das war offenbar nicht ausreichend.

Denn inzwischen umgehen die Studenten auch kniffligere Barrieren: Die Bandbreite, die jeder Benutzer in Anspruch nehmen darf, wurde begrenzt, teilweise wurde der Tausch von Musikdateien schlichtweg verboten und Verstöße über die Ermittlung von IP-Nummer und Log-Dateien geahndet. Inzwischen nutzen viele der klammen Musikfans aber wiederum Verfahren, bei denen mehrere Rechner parallel zum Download genutzt werden – und der Empfänger somit verschleiert werden kann.

Auch wenn einzelne Ports im System dicht gemacht werden, schlägt die Peer-to-Peer-Software Kazaa dem Admin ein Schnippchen. Die aktuelle Version sucht sich eigenständig einen freien Port – und begnügt sich auch mit denen, die normalerweise für gewöhnlichen Webtraffic und Mails verwendet werden.

Die Leitung der amerikanischen Marine-Akademie verlegte sich deshalb gleich auf die Hardware: 100 Studenten wurden als Missetäter ausgemacht, ihre PCs beschlagnahmt.