Hotmail kämpft gegen Spam-Windmühlen

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Bessere Filter nur gegen Cash

Dem Microsoft-Maildienst Hotmail wächst das Spam-Problem offenbar über den Kopf. Nach eigenen Angaben blockieren verschiedene Filter-Vorrichtungen täglich 2,4 Milliarden Spams – das sind 80 Prozent aller Mails, die auf Hotmail-Servern täglich eingehen. Trotzdem beklagen sich die Kunden über einen unzureichenden Schutz vor unverlangt zugesandten Werbemails, kurz Spam.

Microsofts Internetservice-Sparte MSN verspricht ihren Kunden jetzt, auch die Adressen von Hotmail-Nutzern würden in Zukunft nicht mehr ohne weiteres auslesbar sein. Viele Spammer haben sich allerdings darauf verlegt, Tausende von gängigen Benutzernamen mit den Domainnamen der großen Mail-Anbieter zu kombinieren. Auch ohne Zugriff auf originäre Adressverzeichnisse lassen sich so offenbar große ‘Trefferquoten’ erreichen.

Außerdem bietet MSN weiterreichende Filterfunktionen für diejenigen Kunden, die ein gebührenpflichtiges Upgrade des Dienstes abonnieren. Hotmail nutzt dazu eigens eingerichtete Mailadressen: Spams, die auf allen diesen Köder-Accounts eingehen, können automatisch als Spam identifiziert und blockiert werden. Zusätzlich können die Anwender, immerhin weltweit 120 Millionen, automatisch alle Mails zurückweisen, die von Absendern stammen, die nicht im eigenen Adressbuch verzeichnet sind – in der Regel eine wenig praktikable Lösung.

Zahlreiche andere Anbieter wie AOL, GMX oder Web.de haben sich mit mehr oder weniger gut funktionierenden Spam-Filtern bereits den Unmut einiger Kunden zugezogen: Sie beschweren sich in Online-Foren darüber, dass die Spam-Flut zugenommen habe, seitdem die kostenpflichtigen Filter angeboten werden.

Manche Mail-Clients wie beispielsweise der M2 von Opera versuchen es statt dessen mit einer Spam-Filterung auf der Client-Seite. Für die Erkennung wird allerdings nur der Header der Mail herangezogen, der eigentliche Inhalt der Mail wird gar nicht erst heruntergeladen. Diese Filter sind dagegen wenig flexibel und gegenüber den ständig wechselnden Betreffzeilen und Absenderadressen der Spammer vergleichsweise hilflos.