Kabelgeschäfte: Europas Telcos packen wieder an

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Das Geld ist gut vergraben

Was europäische TK-Unternehmen abgesehen von wenig aussagekräftigen Quartalszahlen in dieser Woche vor allem teilen, sind findige Ideen, wie wieder Geld in die Kassen kommt. Und hier steht die Deutsche Telekom mit dem Gedanken, Kabelwerk zu verkaufen, mittlerweile nicht mehr alleine. Allerdings hat der Rückzug von potenziellen Investoren in dieser Woche für Unruhe gesorgt.

So haben die TK-Ausstatter und Netzwerkbetreiber Metromedia und Dynegy, beide mit Sitz in den USA, ihren Rückzug aus dem Geschäft eingeläutet. Metromedia hat die Verhandlungen über die interessanten Anteile in Belgien und am Netz der France Télécom nunmehr an zwei voneinander getrennte Teams übergeben. Der Titel “Management-Buyout-Teams” lässt die US-Branche ahnen, dass es sich um ein Exit-Geschäft handelt, das Metromedia möglichst schnell abwickeln möchte.

Dynegy hingegen hatte eigene Anteile in Zentraleuropa und hat diese nun an die Klesch-Investorengruppe übergeben – eine Firma, die sich auf das Auffangen von trudelnden Firmen oder Firmenresten spezialisiert hat.

Vom Standpunkt der Verkäufer wie auch von dem der TK-Unternehmen in Europa selbst stellt sich die Entwicklung aber durchaus positiv dar. Schließlich ist mit Kabeln offensichtlich wieder Geld zu machen. Nicht viel, aber immerhin.

Richard Webb, Analyst und Europa-Spezialist beim Marktforscher Infonetics erklärt gegenüber der US-Fachpresse: “Ich denke, dass die Carrier wieder Zeit haben, Luft zu holen und dass sie vorsichtig optimistisch sind.” Der etwas schmerzhafte, wenn auch notwendige Restrukturierungsprozess der Unternehmen habe sich gelohnt, meint er. Webb: “Sie packen die Sache wieder an.”

silicon meint: Vielleicht ist es besser so, dass die Kabelverdienste sich nun auf verschiedene Käufer aufteilen sollen und die Geschäfte weniger laut gemacht werden als im vergangenen Jahr. Noch so ein Gezerre wie seinerzeit um das Kabelgeschäft der Deutschen Telekom übersteht auf Dauer keine Branche.