Kabelverkauf: Telekom ist kurz vor dem Ziel

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Schnell, bevor der Preis noch mehr sinkt …

Nach monatelangen Verhandlungen steht die Deutsche Telekom nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen möglicherweise vor dem Verkauf ihres Kabelgeschäfts. Das in Verbindung mit dem Verkauf öfters genannte Konsortium um die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners soll den Zuschlag erhalten haben, meldet Reuters.

“Wir sind auf gutem Weg. Der Vertrag könnte in den nächsten Tagen unterzeichnet werden”, hieß es demnach. Letzte Detailfragen seien jedoch noch zu klären. Ein Sprecher der Deutschen Telekom lehnte einen Kommentar dazu ab.

Zuletzt galt neben dem Konsortium unter Führung von Goldman Sachs und Apax noch die Kapitalgesellschaft Hicks, Muse, Tate & Furst als Interessent für die sechs regionalen Kabelgesellschaften. Goldman Sachs und Apax seien aber der letzte verbliebene ernsthafte Bieter, zitiert die Nachrichtenagentur.

Bislang geht die Telekom von einem Verkaufserlös von 2 bis 2,3 Milliarden Euro aus, mit dem sie ihre Schulden von 64 Milliarden Euro weiter abbauen will. Analysten befürchten jedoch, dass sich die Telekom wegen der Marktlage mit einem geringeren Preis zufrieden geben muss. Gemeinhin ist ein Erlös von 1,7 bis 2 Milliarden Euro im Gespräch. In verhandlungsnahen Kreisen hieß es dazu, der Kaufpreis werde vermutlich eine Komponente enthalten, die abhängig von der Entwicklung des Kabelgeschäfts gezahlt werde.

Die jetzigen Erwartungen liegen allerdings noch nicht einmal halb so hoch wie der Preis, den die Telekom noch vor knapp einem Jahr hätte erzielen können. Der geplante Verkauf des Kabelgeschäfts an den US-Kabelbetreibter Liberty Media für 5,5 Milliarden Euro war damals am Verbot des Bundeskartellamts gescheitert.

Gleichzeitig macht die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, von sich Reden – auch hier geht es um das Kaufen und Verkaufen. Sie soll ihr Interesse an einer Übernahme des niederländischen Mobilfunkers O2 verloren haben. Die Financial Times Deutschland beschwört dazu die schwierige vertragliche Situation, in der sich O2 mit Lieferanten und Partnern befinde. Dies würde die Integrationskosten so hoch schrauben, dass sich der Kauf nicht lohne.