Telekom muss weiter für die Konkurrenz kassieren

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Serviceprovider schnaufen durch

Die Telekom muss ihren Konkurrenten im Festnetz auch weiterhin Fakturierung und Inkasso anbieten, also die Gebühren auf der eigenen Rechnung mit ausweisen, kassieren und die Beträge weiterreichen. Das ist zumindest die Schlussfolgerung zweier neuer Studien des wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste (WIK) und des Beratungsunternehmens Dialog Consult hervor. Ohne diese wesentlichen Leistungen der Telekom, drohe vielen Telekomwettbewerben das finanzielle Aus, so die Begründung.

Schon seit knapp zwei Jahren ist die Telekom nicht mehr verpflichtet, die Gelder für einen Teil der Servicerufnummern, sowie für Internet-by-Call einzuziehen. Ein neuer Referentenentwurf, der vom Bundeswirtschaftsministerium erarbeitet wurde, verpflichtet die Call-by-Call Anbieter sogar, die Kundenrechnungen künftig selbst zu erstellen. Die Regelung soll bereits zum Ende des Monats in Kraft treten. Die zahlreichen Anbieter wollen sich aber mit der – ihrer Meinung nach – existenzgefährdenden Regelung nicht abfinden.

Durch das aufwändige Inkasso verbunden mit Forderungsausfällen entstünden in vielen Fällen Kosten, die den Rechnungsbetrag überstiegen. Außerdem werde das Call-by-Call-Verfahren wesentlich unattraktiver für die Kunden, wenn sie von jedem Anbieter gesonderte Rechnungen bekommen würden.

Zahlreichen Unternehmen, die erst seit 1999 auf dem Markt sind, werde damit die Geschäftsgrundlage entzogen, heißt es. Debitel-Chef Peter Wagner warnte außerdem, bis zu 25 000 Arbeitsplätze seien in Gefahr.