Hughes Electronics macht High-Speed-Internet dicht

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“Das war schon lange überfällig!”

Der größte US-Satellitenbetreiber Hughes Electronics, ein Mutterkonzern von Hughes Network Systems Europe (HNSE), die in Deutschland an den Aktivitäten rund um die Aktion “Schulen ans Netz” beteiligt sind, glaubt nicht mehr an das superschnelle Internet. Die entsprechende Abteilung inklusive aller Assets wird demnächst dicht gemacht, heißt es aus den USA. Nach Aussagen der Investmentbank Lehman Brothers war diese Entscheidung “schon lange überfällig”.

Drei Tage zuvor war eine geplante, 18 Milliarden Dollar schwere Fusion mit dem Konkurrenten Echostar im letzten Moment gescheitert – allerdings hätte die verlustbringende Abteilung auch bei geglücktem Merger auf recht wackligen Beinen gestanden. Schließlich sind dreistellige Millionenverluste in Serie zu beklagen.

Der Hochgeschwindigkeits-Dienst Direc TV DSL hatte trotz massiven Marketinganstrengungen erst 160 000 Kunden. Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass auch andere Internet-Geschäfte bedroht seien, da sie Verluste machten. Das betreffe beispielsweise die Satelliten-Internetgeschäfte und die lateinamerikanischen Angebote.

Einstweilen ist die Europäische Tochter HNSE mit Volldampf auf dem Weg in die Gegenrichtung: Ein neues Abkommen mit dem niederländischen TK-Anbieter Astracom weitet die Kundengruppe und auch die Angebotspalette aus. Auf Basis des neuen Reseller-Abkommens soll Astracom vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen in ganz Europa bidirektionale High-Speed-Internetdienste aus der HNSE-Produktreihe Direcway anbieten.

HNSE verspricht sich davon vor allem in Osteuropa neuen Zulauf. Hier hat nämlich Astracom eigenen Angaben zufolge bereits eine beträchtliche Kundenbasis in der gewünschten Gewichtsklasse aufgebaut.