Überraschung: Alternative Carrier mit Wahl Rickes zufrieden

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Vielleicht versöhnt der immense hohe Schuldenberg der DTAG

Der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften BREKO hat die Wahl von Kai-Uwe Ricke zum neuen Telekom-Vorstandschef als “Chance für einen Neuanfang” begrüßt. Geschäftsführer Rainer Lüddemann sagte nach der Aufsichtsrats-Entscheidung am Donnerstag in Bonn: “Die Ära Sommer ist nun endgültig vorbei, das gibt Gelegenheit für einen Neuanfang auch unter Wettbewerbern.”

Der Verband erwarte, dass nun Ansätze für kooperative Gespräche verstärkt würden. “Es ist durchaus denkbar, dass Dispute, die in der Vergangenheit konsequent vor Gericht ausgetragen werden mussten, nun am Verhandlungstisch zur Lösung geführt werden.”

Die Deutsche Telekom hat einstweilen andere Sorgen: Auf ihrer heutigen Aufsichtratssitzung und Vorstellung der Geschäftszahlen in den ersten neun Monaten des Jahres wies sie nahezu den erwarteten Rekordverlust aus. Es sollten ersten Schätzungen zufolge 28 Milliarden Euro werden, 24,5 Milliarden Euro leuchten nun rot. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das Minus ist dennoch der höchste Verlust, den jemals ein im Deutschen Aktienindex DAX notiertes Unternehmen ausweisen musste.

Außerdem bestätigten Vorstand und Aufsichtsrat weitere Vorabmeldungen: Für 2002 zahlen sie keine Dividende; ein Verkauf der US-Mobilfunktochter Voicestream wurde zum Abbau der Verschuldung von 64 Milliarden Euro als nicht notwendig erklärt; bis Ende 2005 sollen weltweit etwa 55 000 Stellen wegfallen. Der Konzern hat derzeit rund 250 000 Beschäftigte, davon 170 000 in Deutschland.