Seagate speichert besser auf heißen Platten

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Technischer Durchbruch – aber nicht gleich morgen

Der Festplattenhersteller und Mitbegründer des LTO-Konsortiums Seagate hat bewiesen, dass die selbst entwickelte Technik des Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR), also magnetisches Beschreiben der Festplatte unter Wärmeeinwirkung, gute Ergebnisse liefern kann. Angepeilter Zeitpunkt für die Marktreife: in etwa sechs Jahren.

In einem Laborversuch sei es gelungen, maximal 50 Terabit je Quadratzoll (1 Zoll oder Inch entspricht 2,54 Zentimetern) unterzubringen. Damit sei nicht nur eine Schallmauer in der magnetischen Festplattenbeschriftung durchbrochen, meldet das Unternehmen. Auch die bislang gültige Regel der “super-paramagnetischen Grenze” werde “um ein Hundertfaches” nach hinten verschoben. Diese Limitierung gilt als Grenze des physisch Machbaren und liegt derzeit bei etwas mehr als 100 Gigabit je Quadratzoll.

Der Clou bei der HAMR-Beschriftung sei ein magnetisch operierender Schreibkopf, der in Verbindung mit sich selbst steuernden Eisen-Platin-Partikelreihen und einem laser-erwärmten hochstabilen Speichermedium die sogenannten “Flippings” verhindern soll. Beim Flipping wechseln einzelne Partikel ihren Magnetismus und hinterlassen so statt wohlgeordneter, lesbarer Daten nur Rauschen und unrekonstruierbaren Datenmüll auf dem Träger.

IDC-Analyst David Reinsel war bei dem Versuch dabei: “Wir haben ein Stück Zukunft gesehen – Techniken wie HAMR werden dafür sorgen, dass Festplatten weiterhin das bevorzugte Massenspeichermedium bleiben.”