Wenn virtuelle Platten reales Geld sparen

EnterpriseNetzwerke

Storagetek kämpft um mehr Aufmerksamkeit bei Disk-Subsystemen

Wenn die Festplattenkapazität in den Disk-Subsystemen mal wieder knapp wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man kauft Nachschub beim Hersteller – oder man überdenkt seine Speicherarchitektur. Wer die zweite Variante wählt und bei Storagetek nicht nur Tape-Libraries vermutet, findet dort Disk-Subsysteme der V-Serie, wobei das V für Virtualität steht. Deren neueste Generation V2X hat der Hersteller gerade vorgestellt.

Als wesentliche Neuerungen verfügt das V2X Shared Virtual Array über die dreifache physische Kapazität, kann mit 4096 vier mal mehr virtuelle Geräte adressieren, ist parallel für Mainframe- und Open-Systems-Umgebungen geeignet und nutzt FC-Festplatten von Seagate, ein Abschied also von der SSA-Architektur.

Vorzeigekunde Lufthansa Systems, der etwa 20 Prozent seines Umsatzes mit externen Kunden erwirtschaftet, nutzt die virtuellen Systeme seit 1999. In den heiligen Hallen des Rechenzentrums am Hauptsitz in Keltsterbach, in direkter Nähe des Frankfurter Flughafens, “bekommt sogar noch ein ‘Iceberg’ sein Gnadenbrot”, sagt Curt Borschel, Manager Storage Management bei Lufthansa Systems.

Der Grund, auf die V-Serie umzusteigen, war für Lufthansa Systems damals ein Backup-Problem: Die wöchentliche Vollsicherung der Datenbank-Umgebungen dauerte zu dem Zeitpunkt 13,5 Stunden. Durch die Umstellung und mit Hilfe von Technologien wie Snapshot oder Power PPRC (Power Peer to Peer Remote Copy) ist die Datenbank heute nach 15 Minuten wieder online.

Der andere wesentliche Vorteil der virtuellen Technologie liegt nach Ansicht von Borschel in der effektiveren Administration und der besseren Nutzung der Plattenkapazität: “SAP R3 zum Beispiel war ein Geschenk für Speicher-Hersteller.” Denn die SAP-Software spart nicht mit den vorhandenen Ressourcen. Und die kosten sofort bares Geld, denn allokierter Speicherplatz auf der Platte ist nicht weiter nutzbar, auch wenn die Platte gar nicht voll geschrieben ist. Typischerweise werden so in operativen Umgebungen etwa 30 bis 50 Prozent der Plattenkapazität nicht genutzt.

Beim virtuellen Konzept wird dem Betriebssystem jedoch nur vorgegaukelt, dass der Platz auf dem Subsystem zugeordnet wurde. So lässt sich die physische Kapazität fast hundertprozentig ausnutzen. Verbunden mit der Datenkomprimierung ergibt sich ein großes Einsparpotenzial.

Ein Rechenbeispiel: Die Vorgängerversion V960 konnte 1024 virtuelle Geräte adressieren und kam so auf eine logische Kapazität von 2,9 TByte. Die logische Kapazität entspricht dabei der virtuellen Kapazität. Weil die Maschine mit einer Komprimierungsrate von 4:1 arbeitet, braucht ein Anwender beispielsweise für 1,7 TByte nur eine physische Plattenkapazität von 472 GByte anzuschaffen.

silicon meint: Das V2X Shared Virtual Array ist viel mehr als nur ein Face-Lift, sagt Storagetek. Sagen auch die Experten von Lufthansa Systems, die an der Weiterentwicklung der V-Serie intensiv mitgearbeitet haben. Storage Management wird allerorts zu einem Personal- und/oder Kostenproblem. In Zeiten, wo man Gefahr läuft, die Kostenschraube zu überdrehen, ist das virtuelle Konzept auf jeden Fall einen Blick wert.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen