EMC im Kaufrausch: Prisa Software geht an Storage-Konzern

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Kleine, feine Anbieter werden besonders gerne geschluckt

Der US-Speichersoftwarespezialist Prisa kostet den Hardware-Konzern EMC nicht viel: Für gerade mal 20 Millionen Dollar kauft sich EMC begehrtes Know-how für die Verwaltung von Low-end-Speichernetzen, die unter Microsofts Betriebssystemen laufen. Dieser Bereich, so heißt es beim Einkäufer, werde in Zukunft immer interessanter. Der Zeitpunkt des Kaufs wird in der Branche als besonders pikant betrachtet. So sei EMC schon lange an dem kleineren Anbieter interessiert gewesen, habe aber mit dem Kauf gewartet, bis Prisa finanziell das Wasser bis zum Hals gestanden habe. Da die letzte Finanzierungsrunde ausgeblieben war, sei die Frage des Preises eher eine Frage des Preisdiktats gewesen, heißt es.

Prisa ist bereits die achte Akquisition von Software-Unternehmen, die der Speicherriese in den letzten drei Jahren getätigt hat. Mit dem kleinen Hersteller gehen auch die bisherigen Kunden für die Prisa-Produkte an EMC: Dell ist hier als größter Käufer zu nennen.

EMC will die Software umbenennen und den Markt dafür deutlich aggressiver angehen. Nach Erfahrung von Erez Ofer, Executive Vice President bei EMC, ist hier einiges zu holen. Er sagte gegenüber Reuters: “Kleinere Unternehmen wollen Speichernetzwerke, brauchen aber einfache Produkte, die ihren Bedürfnissen angemessen sind.”