TK-Ausrüster Lucent plant eine Aufwertung seiner Aktien

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Es droht der Nasdqa-Rausschmiss

Der TK-Ausrüster Lucent Technologies versucht mit einem so genannten Reverse Stock Split das drohende Delisting von der US-Technikbörse Nasdaq zu verhindern. Bei einer solchen Maßnahme wird eine bestimmte Anzahl Anteilscheine gegen neue getauscht, ohne die Marktkapitalisierung zu verändern. Der Börsen-Rausschmiss droht, weil in den vergangenen 30 Tagen die Aktien auf einen Wert von unter einem Dollar gesunken sind.

Nach Überlegungen des Lucent-Vorstands könnte die Aktion, die im Wesentlichen die Umkehrung eines Aktiensplits darstellt, den Wert eines einzelnen Anteilsscheins auf 15 bis 25 Dollar erhöhen. In der Glanzzeit des Netzausrüsters, etwa im Dezember 1999, war die Aktie 84 Dollar wert gewesen.

Damals hatte das Unternehmen 153 000 Mitarbeiter gezählt. Seither musste das Unternehmen mehrere Zehntausend Mitarbeiter entlassen. Erst in der vergangenen Woche kündigte Lucent die Streichung von weiteren 10 000 Stellen und eine daraus resultierende Sonderbelastung von vier Milliarden Dollar an. Wenn diese Arbeitsplätze auch wegfallen, arbeiten gerade noch 35 000 Angestellte für den AT&T-Ableger.

Der Konkurrent Nortel Networks aus Kanada verbuchte im dritten Quartal einen Nettoverlust von 1,8 Milliarden Dollar. Allerdings konnte sich der Netzausrüster damit deutlich verbessern. Im Vorquartal hatte das Minus noch 3,47 Milliarden Dollar betragen im Vergleich zum betreffenden Zeitraum des Jahres 2001.

Der Umsatz betrug im abgelaufenen Quartal 2,36 Milliarden Dollar. Damit liegen die Einnahmen um 36 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Damals konnte Nortel noch knapp 3,7 Milliarden umsetzen.

Doch auch Nortel befürchtet, dass die Unternehmenskunden bis ins kommende Jahr hinein Zurückhaltung üben werden. Als Konsequenz kündigt der Konzern an, die Kostensenkungen weiter fortzusetzen. Dafür plant Nortel, vor allem die Zahl seiner Beschäftigten noch einmal zu reduzieren – um 4000 auf 35 000. Im zweiten Quartal 2003 will das Unternehmen dann in die Gewinnzone zurückfinden.