Qwest schreibt Milliarden in den Wind

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… und gelobt reumütig Besserung

Die schwer angeschlagene US-Telefongesellschaft Qwest will die gigantische Summe von bis zu 40,8 Milliarden Dollar für im Wert gefallene Investments und Vermögenswerte abschreiben. Hinzu kommen im zweiten Quartal 2002 insgesamt 10,8 Milliarden Dollar Wertberichtigungen für das im Wert gefallene Qwest-Telefonnetz, das globale Faseroptik-Breitbandnetz sowie damit verbundenen Vermögenswerte. Das hat Qwest am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben.

Amerikanische Unternehmen müssen die Differenz zwischen dem Kaufpreis für ein Unternehmen und dem tatsächlichen Wert nach neuen Buchführungsregeln jetzt sofort abschreiben statt, wie früher üblich, über Zeiträume von bis zu 40 Jahren. Viele US-Firmen hatten während des Höhenflugs der Telekom- und Internet-Aktien gewaltige Beträge für andere Firmen und den Aufbau der eigenen Netze ausgegeben. Inzwischen sind viele der übernommenen Unternehmen fast oder ganz wertlos und erfordern entsprechend hohe Wertberichtigungen.

Qwest ist die größte Telefongesellschaft im Westen der USA mit einem Einzugsgebiet in 14 US-Bundesstaaten, 25 Millionen Kunden und 55 000 Beschäftigten. Das Unternehmen wird weiter von der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC und dem US-Justizministerium untersucht.

Während Verluste sofort ergebniswirksam werden, sollen in Zukunft Einnahmen über die Laufzeit der zugrundeliegenden Verträge verbucht werden. Mit mehr Transparenz hoffen zahlreiche Unternehmen, das Vertrauen der Anleger wieder zu gewinnen.