Herr Nachbar zahlt mit: DSL-Zugang wird untervermietet

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Preiswerte Hardware bringt neues Geschäftsmodell

Der amerikanische Internet-Serviceprovider (ISP) Speakeasy hat ein Tabu gebrochen. Das Unternehmen erlaubt seinen Kunden ausdrücklich, ihren DSL-Zugang über einen WLAN-Access-Point an ihre Nachbarn unterzuvermieten. Speakeasy entwickelt damit ein völlig neues Geschäftsmodell und sorgt bei der Konkurrenz für Entsetzen.

Bisher hatten es ISPs in aller Regel ausdrücklich verboten, Zugänge gemeinschaftlich zu nutzen. Sie fürchten, sich damit das Geschäft kaputt zu machen. Speakesy rechnet offenbar anders: Bei den bestehenden Breitbandanschlüssen könnte das Angebot die durchschnittlichen Umsätze steigern – ohne Mehraufwand für den Anbieter.

Nimmt ein Kunde das Net-Share-Angebot an, wird es damit zu einem Mini-ISP und darf sogar selbst festlegen, welche monatliche Gebühr er seinen interessierten Nachbarn in Rechnung stellt. Zwischen 20 und 100 Dollar werden als mögliche Spanne genannt. Die Abrechnung übernimmt aber nach wie vor der Anbieter selbst. Für jeden gewonnenen Net-Share-Kunden kann der Hauptnutzer den Zugang einen Monat lang kostenfrei nutzen.

Allerdings ist er bei technischen Problemen für seine Nachbar auch der erste Ansprechpartner. Durch den Preisverfall bei WLAN-Equipment wird die Möglichkeit auch für Nutzer interessant, die für ihre Heim-IT keine großen Summen investieren wollen. Router und Access-Point kann sich der Untervermieter inzwischen für rund 80 Dollar beschaffen. Entsprechende Access Cards für die Nachbarn sind derzeit zum Stückpreis von 40 Dollar zu haben.