Cisco-Jointventure für “Ethernet am Fabrikboden” scheitert

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Idee richtig, Umsetzung schwierig

Obwohl die Analysten nach wie vor davon ausgehen, dass das Konzept des “Ethernet auf dem Boden der Fabrikhalle” richtig ist und Geld bringen wird, müssen die Pioniere Cisco und General Electrics (GE) Fanuc Automation North America vorerst ihre Sachen packen. Ein erst im Jahr 2000 begonnenes Jointventure unter dem Namen GE Cisco Industrial Networks wurde in der vergangenen Woche still und leise geschlossen. Ein Großteil der Mitarbeiter soll nun bei GE Fanuc untergekommen sein.

Für die Kunden, so zitieren US-Medien die beiden Mutterunternehmen, war das Konzept doch noch zu neu. Sie seien zwar bereit, Ethernet zur Verbindung von verschiedenen Kontrollsystemen einzusetzen. Aber der Ansatz, mittels der Technik auch die gesamte Robotik in der Fabrikhalle, Maschinen, Sensoren und Automatik zu vernetzen, ginge den Produktionsunternehmen offenbar zu weit. Auch Kostenargumente haben die Entscheidungen wohl nicht wesentlich beeinflusst.

Bob Rucinski, Manager Technical Marketing bei GE Fanuc: “Die Kunden haben sich bewusst gemacht, dass sie nur auf dem Control-Level eine Lösung ausrollen wollten, die State-of-the-Art Switch-Technik, die wir angeboten haben, passte nicht dazu.” Die fortschrittliche Technik wird somit voraussichtlich erst einmal eingemottet, bis sich der Markt weiter entwickelt.

Es ist nicht bekannt, ob GE und Cisco zusammen mit dem Jointventure auch die zugehörigen Forschungsarbeiten eingestellt haben. Die Idee, zwischen der Fabrikhalle und dem Büro-gestützten Frontend in der Verwaltung eine gleichwertige, kompatible Verbindung zu verlegen, die die Arbeitsprozesse denkbar beschleunigt und reibungsloser macht, scheint zumindest für GE Fanuc noch nicht so ganz vom Tisch zu sein.