IP-Storage – Das Gespenst bekommt Konturen

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Intel und Emulex, Cisco und Adaptec mit neuen Lösungen

Wer derzeit Storage-Produkte auf den Markt bringt, der lässt kaum eine Gelegenheit aus, den Bezug zur Storage-over-IP-Technik zu erwähnen. Der Hype, der vor Jahren begann und noch anhält, bekommt immer mehr ein Gesicht: Offenbar ist doch etwas dran an IP-Storage.

Selbst eher Speicher-fremde Hersteller beteiligen sich an der Formung der IP-Storage-Konturen. So wollen Intel und Emulex im Team einen iSCSI-Host-Bus-Adapter (HBA) auf den Markt bringen. Nach US-Medienberichten basiert der HBA auf der iSCSI Offload-Chiptechnologie von Intel (von Lucent lizenziert). Die Engine leitet Protokolle Performance-steigernd über die Hardware. HBA-Hersteller Emulex nutzt bereits Intels X-Scale-Prozessoren, die als embedded I/O-Beschleuniger agieren.

IP-Spezialist Cisco – der Hersteller bewegte sich bisher eher auf der Netzwerkebene und mischt momentan die Speicher-Branche auf – hängt sich besonders rein ins IP-Storage-Geschäft. Experten lassen verlauten, dass die Storage-Palette des Unternehmens langsam rund wird. Will heißen: Der Hersteller bietet jede Kombinationsmöglichkeit zwischen Produkten mit FC-, FCIP- oder iSCSI-Support.

Auf der Storage Networking World stellte Cisco für seine FC-Switches Andiamo das MDS 9000 IP-Storage-Service-Modul vor. Die 8-Port-Line-Karte unterstützt simultan iSCSI und FCIP (Fibre-Channel-over-IP) auf jedem Gigabit-Ethernet-Port.

Außerdem bietet Cisco einen FCIP-Port-Adapter für die Router-Serien 7200 und 7400. Er ist konzipiert für Abnehmer, die bereits FC-basierte Speichernetze in Betrieb haben und Daten über lange Strecken (WAN) übermitteln wollen. Und es gibt ein Upgrade zum Storage-Router SN 5428. Der SAN-Switch unterstützt jetzt FCIP und iSCSI an den 2-GBit/s-Ports.

Auch Adaptec hat endlich den Weg zum IP-Storage gefunden. Der gescheiterte Pionier der Idee des Storage-over-Ethernet hat lange gebraucht, bis der ASIC-basierte iSCSI-HBA marktreif war. Jetzt soll der ASA-7211 mittelständischen Unternehmen helfen, von direkt angeschlossenen Speicherkomponenten auf Netzwerk-Storage zu migrieren.

Die Serie neuer Präsentationen in dem Bereich wird auch hier nicht zu Ende sein. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: FC ist teurer als IP, sowohl in der Anschaffung als auch in der Implementierung. IP bildet für jedes Unternehmensnetz die Grundlage, ist also schon vorhanden und außerdem einfacher handzuhaben.

IP ist schließlich auch in Weitverkehrsnetzen nicht mehr wegzudenken. Die erhalten gerade einen neuen Schub, da viele Firmen ihre kritischen Daten in geografisch verteilten Standorten lagern wollen. Im Disasterfall sind externe Datenzentren möglicherweise der Retter in der Not. Die Informationen müssen aus dem FC-SAN heraus – dort hat sich das Transportprotokoll FC etabliert – über Ethernet in die Zentren gelangen.

Storage-over-IP hat also seine Berechtigung. Aus der wachsenden Zahl der Angebote können sich Kunden in nächster Zeit wohl das beste für ihr Unternehmensnetz herauspicken.